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Kartenplotter kaufen: Größe, Auflösung, Karten und die passende Serie


Kartenplotter auswählen: Warum Zoll allein wenig aussagen

Die Zoll-Zahl beschreibt, wie groß der Bildschirm ist – nicht, wie viel er darstellen kann. Dafür lohnt der Blick auf die Auflösung: Sie schafft die Reserven für Kartendetails, Datenfelder und Splitscreen. Und der zweite Punkt ist im Zweifel teurer als der erste: Manche aktuellen Plotter akzeptieren nur noch eine einzige Kartengeneration. Wer seine vorhandenen Karten weiterverwenden will, muss das vor dem Kauf prüfen.

Ein Kartenplotter ist eine Anschaffung, die bei einem späteren Wechsel überraschend viel nach sich ziehen kann – wegen des Ausschnitts im Schott und wegen der Karten, die daran hängen. Beides lässt sich später nur mit Aufwand korrigieren. Deshalb sortiert dieser Ratgeber die Entscheidung von hinten: erst die Frage, welches Gerät zu welchem Boot passt, dann die Begründungen dahinter.

Wer nur wissen will, welche Größe zu seinem Steuerstand gehört, springt direkt zu Welcher Kartenplotter passt zu Ihnen?

Kurz gefasst

Worauf es beim Plotterkauf wirklich ankommt

  • Nicht nur Zoll vergleichen, sondern auch die Auflösung. Ein 9-Zoll-Display mit 800 × 480 hat rund 42 % der Bildpunkte eines 9-Zöllers mit 1280 × 720 – bei gleicher Diagonale.
  • Die Größe folgt dem Betrachtungsabstand, nicht der Bootslänge. Gemessen vom Auge des Rudergängers bis zur Displayfläche.
  • Kartenkompatibilität vor dem Kauf prüfen. Mehrere aktuelle Serien akzeptieren nur noch eine Kartengeneration. Vorhandene Kartensätze lassen sich unter Umständen nicht auf dem neuen Plotter weiterverwenden.
  • Bordspannung ist seltener ein Ausschlusskriterium als gedacht. Die größeren Serien nehmen 12 und 24 Volt direkt an. Nur die Einstiegsmodelle sind reine 12-Volt-Geräte und brauchen am 24-Volt-Netz einen Wandler.
  • Ethernet mitdenken. Radar per Kabel, ein zweites Display oder ein externes Sonarmodul brauchen einen Netzwerkanschluss – nicht jede Serie hat einen.
  • Beim Refit erst nach einer Adapterplatte suchen, bevor ein neuer Ausschnitt gesägt wird.

Welcher Kartenplotter passt zu Ihnen?

Wenn Sie wenig Zeit haben, reicht diese Tabelle. Maßgeblich ist die Position des Displays – der Bootstyp steht nur als Beispiel dabei. Die Begründungen stehen in den Abschnitten darunter.

Plotter in Griffweite
bis ca. 0,7 m
7 Zoll. Wasserdichtes Gerät, Bügelmontage, NMEA 2000 für den späteren Ausbau. Typisch für Jolle, offenes Boot, Pinnensteuerung.
Steuersäule oder Niedergang
ca. 0,7–1,2 m
9 Zoll. Ablesbarkeit bei Krängung, NMEA 2000 zu Wind, Log und Tiefe, Autopilot-Anbindung; Kartenkompatibilität vor dem Kauf prüfen. Die häufigste Konstellation auf Fahrtenyachten.
Display deutlich voraus
ca. 1,2–1,8 m
12 Zoll. Ablesbarkeit auf Distanz, Radar- und AIS-Overlay, ausreichend Netzwerkports. Typisch bei Rad achtern oder Mittelkonsole mit achterlicher Sitzposition.
Zwei Steuerstände oder Blick über 1,8 m
15 oder 16 Zoll – oder zwei vernetzte Displays. Gigabit-Netzwerk zwischen den Displays, Videoeingänge bei Bedarf berücksichtigen; ab dieser Größe ist die Bügelmontage nicht mehr selbstverständlich. Typisch für große Motoryachten mit weit vorn liegender Konsole. Auf einer Flybridge geht es dagegen meist um zwei Steuerstände, nicht um ein besonders großes Display – dort sitzt der Plotter in der Regel direkt am Rad.
Angeln steht im Vordergrund
Sonar vor Diagonale. Down-, Side- und 3D-Ansicht sowie der passende Geber entscheiden hier mehr als eine Zollstufe; üblich sind 9 bis 12 Zoll mit integriertem Echolot.
Refit: alten Plotter ersetzen
Gleiche Größe oder eine Stufe größer. Erst nach einer Adapterplatte suchen, dann Kartenkompatibilität und Bordspannung prüfen.

Kartenplotter, MFD oder Instrument – was ist was?

Drei Gerätegattungen werden im Handel oft in einen Topf geworfen. Sie unterscheiden sich grundlegend.

Der Kartenplotter zeigt eine elektronische Seekarte mit Ihrer GPS-Position, plant Routen, verwaltet Wegpunkte und zeichnet Tracks auf. Das ist die Grundfunktion, die jedes Gerät in diesem Ratgeber beherrscht.

Das Multifunktionsdisplay (MFD) ist ein Kartenplotter, der zusätzlich fremde Datenquellen auf demselben Bildschirm bündelt: Radarbild, AIS-Ziele, Echolot, Motordaten, Kamerabilder, Autopilot-Bedienung. Viele heutige Kartenplotter sind zugleich Multifunktionsdisplays – der Unterschied liegt darin, wie viel sie anbinden können und über welche Schnittstelle.

Das Instrumentendisplay ist kein Plotter. Es zeigt Wind, Log, Tiefe, Kurs, Laylines und Motordaten – aber keine Seekarte. Diese Unterscheidung ist wichtiger, als sie klingt, weil einzelne Serien im Marketing dicht an den Plottern stehen. Jeder Hersteller führt beide Gattungen nebeneinander; die Namen verraten dabei nicht immer, welche man vor sich hat.

Ein Beispiel: Alpha 7 und Alpha 9 von Raymarine sehen aus wie kleine Plotter, sind aber Performance-Instrumente. Sie stellen Segel-, Navigations-, Umgebungs- und Motordaten dar und können einen Evolution-Autopiloten steuern – aber keine Seekarte anzeigen. Alpha braucht zwingend ein Axiom-MFD im Netzwerk und wird darüber per RayNet angebunden. Als Zweitanzeige am Mast oder am Niedergang ist das ein sehr gutes Gerät, als Ersatz für einen Kartenplotter ist es das falsche. Bei B&G, Simrad und Garmin gilt dieselbe Trennung – prüfen Sie im Zweifel, ob im Datenblatt eine Kartendarstellung genannt ist. Sie finden die Serie deshalb bei uns unter Raymarine Instrumente, nicht unter den Plottern.

Displaygröße: die meistunterschätzte Entscheidung

Die verbreitete Annahme lautet: größeres Display gleich mehr Darstellung. Das greift zu kurz, denn zwei Geräte mit derselben Diagonale können sich in der Auflösung erheblich unterscheiden. Ein Blick auf die tatsächlichen Bildpunkte zeigt, worum es geht.

7 Zoll, Einstieg
800 × 480
384.000 Bildpunkte. Grobe Darstellung; für Karte plus Echolot im Splitscreen schon eng.
7 Zoll, aktuell
1024 × 600
614.400 Bildpunkte – 60 % mehr als oben, bei identischer Diagonale.
9 Zoll, Einstieg
800 × 480
384.000 Bildpunkte – rund 42 % der Bildpunkte eines 9-Zöllers mit 1280 × 720, bei gleicher Diagonale.
9 Zoll, aktuell
1280 × 720
921.600 Bildpunkte. Karte und Echolot lassen sich auf 9 Zoll bereits sinnvoll nebeneinander darstellen.
12 Zoll, aktuell
1280 × 800
1.024.000 Bildpunkte – gut 11 % mehr als beim 9-Zöller mit 1280 × 720, verteilt auf eine deutlich größere Fläche.
Hochauflösend
1920 × 1080 / 1920 × 1200
2,1 bis 2,3 Millionen Bildpunkte – die größten Reserven für Kartendetails, Datenfelder und geteilte Ansichten. Zu finden in der 10-Zoll-Oberklasse und in der 15/16-Zoll-Klasse.
Ultrawide 12–15 Zoll
1920 × 720
1.382.400 Bildpunkte. Extrem breit, flach bauend – passt in Steuersäulen, in die kein 12-Zöller passt.

Auflösungen und Helligkeiten in diesem Ratgeber stammen aus den Herstellerdatenblättern und wurden gegen die Angaben auf unseren eigenen Produktseiten geprüft. Maßgeblich ist im Zweifel die jeweilige Produktseite.

Zwei Schlüsse lassen sich daraus ziehen. Erstens: Von 9 auf 12 Zoll gewinnen Sie vor allem physische Darstellungsgröße und damit Lesbarkeit. Die Pixelzahl steigt bei den hier verglichenen Auflösungen dagegen nur um gut 11 %. Genau darum geht es, wenn der Plotter zwei Meter entfernt steht. Wer den Plotter ohnehin in Armlänge vor sich hat, profitiert von 12 Zoll vor allem durch größere und leichter ablesbare Inhalte – nicht automatisch durch wesentlich mehr darstellbare Information.

Zweitens: Wer Reserven für Details und geteilte Ansichten will, sollte auf die Auflösung sehen. Eine höhere Auflösung schafft mehr Reserven für Kartendetails, Datenfelder und Splitscreen-Ansichten. Wie viel zusätzlicher Kartenausschnitt am Ende tatsächlich sichtbar wird, hängt allerdings auch von der Benutzeroberfläche, der Skalierung und dem Kartenrendering des jeweiligen Systems ab – eine feste Umrechnung von Pixeln in Seemeilen gibt es nicht.

Der praktisch wichtigste Punkt betrifft die Einsteigergeräte. Der Unterschied zwischen 800 × 480 und 1280 × 720 auf derselben Diagonale ist keine Nuance: Die höhere Auflösung bietet mehr als doppelt so viele Bildpunkte – im Splitscreen mit Echolot macht sich das deutlich bemerkbar. Wenn Sie zwischen einem größeren Einsteigergerät und einem kleineren aktuellen Gerät schwanken, ist das das Argument, das den Ausschlag geben sollte.

Helligkeit und Blickwinkel

Im Cockpit zählt die Ablesbarkeit bei Sonne von achtern. Die Werte, an denen Sie sich orientieren können:

  • B&G Zeus S und Zeus SR, Simrad NSX und NSS 4: über 1200 nits, Blickwinkel 85° (Zeus S) beziehungsweise 80° (Zeus SR).
  • Raymarine Axiom 2: 1800 nits bei 7 und 12 Zoll, 1500 nits bei 9 Zoll, IPS-Panel.
  • Raymarine Axiom 2 Pro: 1300 nits (9 Zoll), 1200 nits (12 und 16 Zoll), IPS.
  • Garmin GPSMAP: Garmin veröffentlicht für die GPSMAP-Serien keine nits-Angabe. Ein Zahlenvergleich mit den anderen Marken ist an dieser Stelle nicht möglich.

Viele aktuelle Marine-Displays liegen bei etwa 1200 nits oder darüber. Für die Ablesbarkeit bei Sonne sind neben der maximalen Helligkeit jedoch auch Entspiegelung, Kontrast und Blickwinkel entscheidend – eine allgemeingültige Mindestschwelle in nits gibt es nicht.

Tipp aus der Praxis

Eine Polarisationsbrille kann ein Plotterdisplay je nach Ausrichtung stark abdunkeln – bei manchen Panels bis zur Unlesbarkeit im Hochformat-Blickwinkel. Probieren Sie das mit Ihrer eigenen Brille aus, bevor Sie den Ausschnitt sägen. Das ist Erfahrung aus unserer Beratung, keine Herstellerangabe.

Ablesbarkeit: was Sie vor dem Bestellen messen sollten

Wir haben die Kaufberatungsseiten der Hersteller daraufhin durchgesehen: Kein Hersteller veröffentlicht eine Empfehlung, welche Displaygröße zu welchem Betrachtungsabstand passt. Die Staffelung in der Schnellauswahl oben ist deshalb keine Herstellerangabe, sondern eine Empfehlung aus unserer Beratungspraxis – gemessen vom Auge des Rudergängers bis zur Displayfläche. Zwei Punkte machen dabei in der Praxis mehr aus als eine Zollstufe.

Messen Sie im Sitzen und im Stehen. Auf vielen Segelyachten steht der Rudergänger bei Wind und sitzt bei Flaute – und in der Sitzposition schaut man häufiger schräg von der Seite auf das Display. Deshalb ist der Blickwinkel des Panels ein echtes Kriterium, kein Datenblatt-Detail.

Unser Tipp

Rechnen Sie in Zeilenhöhe, nicht in Zoll. Was Sie tatsächlich ablesen müssen, sind Zahlen – Tiefe, Speed, Kurs, Distanz zum Wegpunkt. Stellen Sie die Datenfelder Ihres jetzigen Geräts auf die größte Stufe und prüfen Sie, ob Sie sie vom Rad aus lesen können. Wenn nicht, brauchen Sie eine Stufe mehr Diagonale – oder ein separates Instrumentendisplay in Sichtachse.

Touch, Tasten oder beides?

Das ist die Entscheidung, die Kunden nach zwei Saisons am häufigsten bereuen – und zwar in beide Richtungen. Drei Bedienkonzepte sind im Markt, und sie unterscheiden sich weniger im Komfort als darin, wo sie an ihre Grenze kommen.

Der reine Touchscreen ist heute das häufigste Konzept: schnelles Zoomen und Verschieben, aufgeräumte Front, Bedienung wie am Tablet. Seine Grenze sind nasse Finger, Handschuhe und Seegang – dazu Fehleingaben, wenn man sich am Display festhält. So bedient werden Raymarine Axiom+, Axiom 2 und Axiom 2 XL, B&G Zeus S und Vulcan, Simrad NSX und GO sowie die Garmin-GPSMAP-Serien.

Touch plus Tastenfeld, bei Raymarine HybridTouch genannt, hält beides jederzeit verfügbar; das Tastenfeld ist konfigurierbar. Der Preis dafür sind ein höherer Anschaffungspreis und ein größerer Einbauausschnitt. Zu finden ist das Konzept bei Axiom 2 Pro S und Pro RVM.

Touch plus Drehknopf und Tasten ist das seegangstauglichste Konzept, weil der Drehknopf zoomt, ohne dass man hinsehen muss. Einschränkungen: Der Zeus³S läuft auf einer älteren Plattform, und der Zeus SR liegt im oberen Preisbereich. So bedient werden B&G Zeus SR und Zeus³S sowie Simrad NSS 4 und NSS7 evo3.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie überwiegend im Cockpit stehen, bei Welle fahren oder im Ölzeug unterwegs sind, nehmen Sie ein Gerät mit physischer Bedienung – Drehknopf oder Tastenfeld. Sitzt der Plotter unter der Sprayhood oder am Innensteuerstand und wird im Sitzen bedient, ist reiner Touch die angenehmere Wahl. Ein reiner Touchscreen an einem exponierten Außensteuerstand ist nach unserer Beratungserfahrung der häufigste Grund für Nachrüstwünsche.

Einbau oder Bügel – und was beim Refit hilft

Viele aktuelle Kartenplotter lassen sich sowohl am Bügel als auch bündig beziehungsweise im Paneel montieren. Welche Halterungen und Einbauteile tatsächlich mitgeliefert werden, unterscheidet sich jedoch je nach Serie und Modell – ein Blick in den Lieferumfang gehört deshalb vor die Bestellung.

Bügelmontage ist der pragmatische Weg: kein Ausschnitt, das Gerät lässt sich abnehmen und über Winter mitnehmen, der Ablesewinkel bleibt einstellbar. Nachteile: Das Gerät baut nach vorn, es steht im Weg, und ein abnehmbarer Plotter ist auch für Dritte leichter abnehmbar.

Bei den großen Displays wird der Bügel zur Ausnahme – aber nicht bei allen Marken gleich. Raymarine nennt den Bügel für das Axiom 2 Pro ausdrücklich nur für die 9- und 12-Zoll-Modelle; die XL-Serie ab 16 Zoll ist ausschließlich für den Einbau vorgesehen. Bei B&G und Simrad bleibt die Bügelmontage bis 16 Zoll möglich, der Bügel gehört dort ab 15 beziehungsweise 16 Zoll aber nicht mehr zum Lieferumfang, sondern ist Zubehör. Garmin sieht für die 8400-Serie bis 15,6 Zoll weiterhin beide Montagearten vor. Eine einheitliche Größenschwelle gibt es also nicht – ab 15 Zoll gehört der Lieferumfang aber in jedem Fall geprüft, bevor Sie mit einem Bügel planen.

Einbau (Flush Mount) sieht besser aus, bietet weniger Angriffsfläche für Schoten und schafft eine glatte Fläche. Der Preis dafür: ein sauberer Ausschnitt und ausreichend Tiefe hinter dem Paneel. Und hier lohnt der Blick ins Datenblatt – die Bautiefen unterscheiden sich zwischen den Marken erheblich, und die Herstellerangaben sind nicht immer vergleichbar. Raymarine gibt für das Axiom 2 Pro Tiefen einschließlich Kabelabgang an, andere Hersteller nennen reine Gehäusetiefen. Planen Sie aus unserer Erfahrung zusätzlich etwa 60 bis 80 Millimeter hinter dem Gehäuse für Stecker und Kabelbögen ein, damit Strom-, Netzwerk- und NMEA-Kabel nicht auf Zug liegen. Eine allgemeingültige Herstellervorgabe dafür gibt es nicht.

Tipp aus der Praxis

Beim Refit nicht neu sägen, sondern adaptieren. Für viele Wege von älteren Geräten auf ein aktuelles Modell gibt es fertige Adapterplatten, die den vorhandenen Ausschnitt abdecken. Das spart Arbeit am Schott und vermeidet sichtbare Nachbesserungen. Sie finden die Platten unter Kartenplotter-Zubehör.

Einen Punkt lassen wir bewusst offen: Die Hersteller geben ihre Schutzarten – meist IPX6 und IPX7 – geräteweit an, ohne zwischen Bügel- und Einbaumontage zu unterscheiden. Belastbare Aussagen zu einer eingeschränkten Schutzwirkung an der Geräterückseite bei Einbau finden sich in den öffentlichen Datenblättern nicht. Behandeln Sie den Raum hinter dem Paneel trotzdem so, wie Sie jeden Elektronikeinbau behandeln würden: trocken, belüftet, keine Kondenswasserfalle.

Vernetzung: NMEA 2000, Ethernet und die Bordspannung

Ein Plotter, der nur GPS kann, ist heute die Ausnahme. Interessant wird es bei der Frage, worüber die Daten laufen.

NMEA 2000 – bei Raymarine über das SeaTalkNG-Netzwerk umgesetzt – ist der Bus für Sensordaten: Wind, Log, Tiefe, Kurs, Motordaten, AIS-Ziele und Autopilot. Alle hier besprochenen Geräte haben einen NMEA-2000-Anschluss. Bei einem vorhandenen, korrekt terminierten NMEA-2000-Backbone wird der Plotter über eine Stichleitung beziehungsweise ein T-Stück eingebunden. Stromversorgung, Terminierung und die zulässigen Leitungslängen bleiben dabei zu beachten. Das Material dafür finden Sie unter Marine-Netzwerke und NMEA.

Ethernet – RayNet bei Raymarine, Ethernet bei Navico, Marinenetzwerk bei Garmin – ist der Weg für Bandbreite: Radarbild, Sonarmodule, Kamerabilder, Kartendaten zwischen mehreren Displays. Hier gibt es echte Unterschiede zwischen den Serien:

  • Raymarine Axiom+: RayNet mit 10/100 Mbit/s.
  • Raymarine Axiom 2: RayNet mit Gigabit.
  • Raymarine Axiom 2 Pro: zwei RayNet-Ports mit Gigabit – relevant, sobald Radar und ein zweites Display dranhängen.
  • B&G Zeus SR und Simrad NSS 4: Gigabit-Ethernet über M12-Steckverbinder.
  • B&G Zeus S und Simrad NSX: Ethernet über fünfpoligen Steckverbinder.
  • Garmin GPSMAP: ein Marinenetzwerk-Port bei den 7x3- und 9x3-Modellen, zwei bei 12x3 und bei der 8400-Serie.

NMEA 0183 ist die alte, langsame Schnittstelle – wichtig nur, wenn Sie ältere Geräte weiterverwenden wollen, etwa ein UKW-Gerät ohne NMEA 2000. Bei mehreren aktuellen Serien – darunter Raymarine Axiom 2, B&G Zeus S und Zeus SR sowie Simrad NSX – ist keine klassische kabelgebundene NMEA-0183-Schnittstelle mehr vorhanden. Nur die älteren Plattformen, etwa Zeus³S und NSS7 evo3, haben noch echte NMEA-0183-Anschlüsse. Wenn Ihr Bordnetz noch daran hängt, brauchen Sie einen Konverter, und der gehört in die Kalkulation.

Hinweis

24 Volt an Bord? Das schließt weniger aus, als es klingt. Die größeren Serien nehmen beide Spannungen direkt an – Raymarine Axiom 2 Pro und Axiom 2 XL mit 8 bis 32 Volt, B&G Zeus SR und Zeus³S sowie Simrad NSS 4 mit 10 bis 31,2 Volt, die Garmin-GPSMAP-Serien mit 10 bis 32 Volt. Ein Wandler wird nur bei den 12-Volt-Einstiegsmodellen gebraucht: Raymarine Axiom+ und Axiom 2 (8 bis 16 Volt), B&G Zeus S und Vulcan, Simrad NSX und GO (10 bis 17 Volt).

Und dort geht es um überschaubare Lasten: Die Herstellerdatenblätter nennen für 7 bis 16 Zoll je nach Modell rund 10 bis 45 Watt. Wer auf einem 24-Volt-Boot ohnehin einen 12-Volt-Kreis über einen Wandler versorgt – und das ist die Regel –, muss deshalb vor allem rechnen, ob dessen Dauerleistung den Plotter mitträgt. Achten Sie dabei auf die Dauerleistung, nicht auf die Spitzenleistung, und darauf, ob über den Plotter noch Zubehör mitversorgt wird.

Echolot: brauchen Sie es wirklich?

Segler und Angler brauchen an dieser Stelle unterschiedliche Antworten.

Als Fahrtensegler brauchen Sie vor allem eine verlässliche Tiefenanzeige. Ob die Tiefendaten von einem direkt am Plotter angeschlossenen Geber, von einem Sonarmodul oder über das vorhandene Instrumentennetzwerk kommen, hängt von der Installation an Bord ab. Ein integriertes Hochleistungs-Sonar ist für die reine Fahrtennavigation deshalb nicht zwingend erforderlich – ein Plotter ohne großes Echolotpaket ist für Sie kein Nachteil.

Interessant werden zwei Sonderfunktionen. ForwardScan stellt den Unterwasserbereich voraus dar und kann bei langsamer Fahrt zusätzliche Informationen über den Tiefenverlauf liefern; es ersetzt weder die Seekarte noch sichere Navigation. RealBathy beziehungsweise Genesis Live zeichnen eigene Tiefenlinien in schlecht vermessenen Revieren auf. Beachten Sie dabei: ForwardScan gibt es bei B&G in Vulcan und Zeus³S, aber nicht in Zeus S und Simrad NSX.

Als Angler ist die Sonar-Ausstattung wichtiger als die Displaygröße. Die relevanten Stufen:

  • Einkanal-CHIRP – klassische Tiefendarstellung. Raymarine Axiom 2 Pro S, B&G Zeus S, Simrad NSX.
  • Down- und SideVision beziehungsweise DownScan und SideScan – seitliche und senkrechte Strukturbilder. Raymarine Axiom+ RV und Axiom 2 RV mit RealVision 3D, Garmin xsv-Modelle mit ClearVü und SideVü, Navico-Geräte mit Active Imaging.
  • Oberklasse – Raymarine Axiom 2 Pro RVM mit RealVision MAX plus separatem 1-kW-Zweikanal-CHIRP-Anschluss für große Tiefen.

Bei Garmin steht das Kürzel xsv für ein integriertes Echolot mit CHIRP, ClearVü und SideVü. Modelle ohne dieses Kürzel haben keinen Geberanschluss und brauchen ein externes Echolotmodul. Das ist beim Preisvergleich der wichtigste Punkt: Ein GPSMAP 923 und ein 923xsv unterscheiden sich nicht im Display, sondern darin, ob ein Echolot drin ist.

Passende Geber und Sonarmodule finden Sie unter Fishfinder und Sonar.

Seekarten und Lizenzen – der teuerste Fehler

Hier liegt das größte Risiko beim Plotterkauf, und es ist in den letzten Jahren größer geworden: Nicht jede Karte läuft auf jedem Gerät, und einige aktuelle Geräte haben die Kompatibilität mit älteren Kartengenerationen verloren.

Raymarine Axiom+, Axiom 2, Axiom 2 Pro
LightHouse Charts einschließlich GEN 2, Navionics, C-MAP; Axiom 2 zusätzlich S-63. Jeder neuen LightHouse-Karte liegt ein Gutscheincode für ein Jahr Premium-Abo bei.
Garmin GPSMAP
BlueChart g3 und g3 Vision, Garmin Navionics+ und Navionics+ Vision. Garmin-Karten laufen ausschließlich auf Garmin-Geräten – ein Markenwechsel bedeutet neue Karten.
B&G Zeus S und Zeus SR, Simrad NSX und NSS 4
Nur C-MAP DISCOVER X und REVEAL X. Ältere C-MAP-Generationen, Navionics und NV Charts laufen auf diesen Geräten nicht. Der wichtigste Refit-Stolperstein im Markt.
B&G Zeus³S und Vulcan, Simrad GO und NSS evo3
C-MAP, Navionics, NV Charts, Insight. Deutlich offener als die neueren Geräte – für Besitzer vorhandener Kartensätze der entscheidende Unterschied.

Vorinstalliert ist fast nie eine navigationstaugliche Karte. Bei den Navico-Geräten ist ab Werk lediglich eine weltweite Basiskarte enthalten, die ausdrücklich nicht für die Navigation bestimmt ist. Rechnen Sie die Revierkarte also grundsätzlich in den Anschaffungspreis ein.

Bei den Update-Laufzeiten gilt: C-MAP DISCOVER bringt zwölf Monate kostenlose Online-Updates mit, DISCOVER X und REVEAL X zusätzlich zwölf Monate Premium-Zugang zur C-MAP-App; danach ist für die weitere Nutzung ein Zukauf nötig. Raymarine LightHouse Charts geben ein Jahr Premium-Abo pro neu gekaufter Karte. Bei Navionics und Garmin Navionics+ unterscheiden sich Laufzeiten und Verlängerungskonditionen je nach Kartenprodukt und Gerät – für Raymarine-Plotter haben wir das in einem eigenen Beitrag aufgeschlüsselt: Kompatibilität von Raymarine-Kartenplottern mit Navionics-Seekarten.

NV Charts auf dem Plotter

Unsere eigenen NV-Plotterkarten gibt es als SD- beziehungsweise microSD-Karte nach dem Plug-and-Play-Prinzip. Sie laufen auf allen Lowrance-HDS-Serien ab Generation 1 und 2 sowie auf Elite TI, auf Simrad NSE, NSS, NSO und GO7 bis GO9 sowie auf allen B&G-Geräten der Zeus- und Vulcan-Serie mit Ausnahme des Zeus S. Nicht unterstützt werden Raymarine und Garmin.

NV-Plotterkarten sind kein Abo: Sie kaufen die Karte, das jährliche Update erfolgt per Umtausch zum halben Preis. Eine Übersicht der verfügbaren Kartensätze finden Sie unter NV Charts digitale Seekarten.

Die Serien im Überblick

Alle Serien, die wir führen – sortiert nach Einsatzprofil, nicht nach Marke.

7", 9" · Touch · Echolot inklusive ForwardScan · 10–17 V. Preisbewusste Segler, offene Kartenwahl einschließlich NV Charts. Display nur 800 × 480.
7", 9", 12" · Touch · RV-Variante mit RealVision 3D · 8–16 V. Vorgängergeneration zum Axiom 2, preislich attraktiv, volle Radar- und AIS-Fähigkeit.
7", 9", 12" · Touch · RV-Variante mit RealVision 3D · 8–16 V. Die aktuelle Standardempfehlung für Fahrtensegler. Sechskern-Prozessor, 64 GB, Gigabit-RayNet.
B&G Zeus S · Simrad NSX (auch Ultrawide)
7", 9", 12", 15" · Touch · Einkanal-CHIRP und Active Imaging · 10–17 V. Aktuelle Navico-Plattform. Kartenwahl auf C-MAP X begrenzt, kein ForwardScan.
7", 9", 12" · Touch · Echolot nur bei den xsv-Modellen · 10–32 V. 24-Volt-tauglich, NMEA 0183 vorhanden, geschlossene Kartenwelt.
B&G Zeus³S
9", 12", 16" · Touch, Tasten und Drehregler · zwei Echolot-Anschlüsse inklusive ForwardScan · 10–31,2 V. Der funktionsreichste B&G für Segler: Advanced WindPlot, Wetterrouting, echtes NMEA 0183.
9", 12,1", 15,6" · HybridTouch aus Touch und Tastenfeld · Pro S mit CHIRP, Pro RVM mit RealVision MAX und 1-kW-Anschluss · 8–32 V. Große Fahrtenyachten, Doppelsteuerstände, Angler mit Anspruch. Zwei Gigabit-RayNet-Ports, HDMI.
B&G Zeus SR · Simrad NSS 4
10", 12", 16" · Touch, Drehknopf und Tasten · Zeus SR ohne internes Echolot, NSS 4 optional · 10–31,2 V. Oberklasse für Segler mit Anspruch an Bedienbarkeit bei Seegang.
Garmin GPSMAP 8400
10", 12", 16" · Multitouch · Echolot nur bei den xsv-Modellen · 10–32 V. Höchste Auflösung im Sortiment, zwei Marinenetzwerk-Ports, HDMI ein und aus.
5" bis 10" · Touch · Echolot mit Active Imaging. Klar auf Angeln ausgerichtet. NV-Plotterkarten werden für HDS und Elite TI unterstützt.

Alle Kartenplotter ansehen

B&G oder Simrad – gibt es einen Unterschied?

Bei der Hardware praktisch nicht. Zeus S und NSX, Zeus SR und NSS 4, Zeus S Ultrawide und NSX Ultrawide, Vulcan und GO teilen sich Gehäuse, Displays, Verbrauchswerte und sogar die Halterungen – die Lieferumfänge nennen die Halterung des jeweils anderen Modells mit. Der Unterschied liegt in der Software und der Zielgruppe: B&G führt auf allen Plottern die Segelfunktionen – SailSteer, Laylines, Startlinie, RacePanel, SailingTime, beim Zeus³S zusätzlich Advanced WindPlot und Wetterrouting. Simrad setzt dieselbe Hardware auf Motorbootthemen: Motorintegration, Schaltanlagen, FishReveal, SideScan. Segeln Sie, nehmen Sie B&G. Fahren Sie Motorboot und angeln, nehmen Sie Simrad oder Lowrance.

Welcher Raymarine für wen?

Raymarine ist die Marke, zu der wir die meisten Vergleichsfragen bekommen – nicht zuletzt, weil die Namensgebung wenig verrät. Drei Entscheidungen kommen immer wieder vor.

Axiom+ gegen Axiom 2 ist eine Frage von Tempo und Zukunft. Die Displays sind identisch – gleiche Größen, gleiche Auflösungen. Der Unterschied liegt darunter: Sechskern statt Quad-Core, 64 statt 16 GB Speicher, Gigabit-RayNet statt 10/100. Spürbar wird das beim Kartenaufbau und bei Installationen mit mehreren Bildschirmen. Wer ein einzelnes Display fährt und keinen Ausbau plant, macht mit dem Axiom+ einen sehr rationalen Kauf.

Axiom 2 gegen Axiom 2 Pro sind drei Dinge. Erstens die Bedienung: Der Pro hat zusätzlich ein Tastenfeld – auf einem Motorboot bei Welle oder an einem exponierten Steuerstand ist das der eigentliche Kaufgrund. Zweitens das Netzwerk: zwei Gigabit-RayNet-Ports statt einem, dazu HDMI-Ausgang und analoger Videoeingang. Drittens die Spannung, 8–32 V statt 8–16 V. Auf einem 24-Volt-Schiff ist der Pro damit ohne Wandler einsetzbar, der Axiom 2 nicht.

Pro S gegen Pro RVM entscheidet sich am Sonar – und damit an den Anschlüssen. Display, Bedienung und Netzwerk sind bei beiden gleich. Unterschiedlich sind die Geberanschlüsse: Der Pro S bringt CHIRP mit, der Pro RVM zusätzlich RealVision MAX und einen separaten Anschluss für ein 1-kW-Zweikanal-CHIRP-Modul für große Tiefen. Als Segler brauchen Sie den RVM nicht. Als Angler ist er der Grund, warum es die Serie gibt.

Die vollständige Gegenüberstellung mit allen Datenblattwerten steht in einem eigenen Beitrag:

Raymarine Kartenplotter im Vergleich Weiterlesen Raymarine Kartenplotter im Vergleich: Axiom 2 Pro, Axiom+ und Axiom 2

Sieben Fehler, die uns im Verkauf immer wieder begegnen

  • Größe kaufen statt Auflösung. Ein 9-Zöller mit 800 × 480 hat rund 42 % der Bildpunkte eines 9-Zöllers mit 1280 × 720. Prüfen Sie beides.
  • Kartenkompatibilität nicht geprüft. Wer von einem Zeus³ auf einen Zeus S wechselt, kann seine vorhandenen C-MAP-, Navionics- und NV-Karten nicht weiterverwenden.
  • Die Wandlerleistung übersehen. Am 24-Volt-Netz brauchen nur die 12-Volt-Einstiegsmodelle einen Wandler – und der ist meist schon an Bord. Entscheidend ist, ob seine Dauerleistung den Plotter mitträgt.
  • Reiner Touchscreen am exponierten Außensteuerstand. Bei nassen Händen und Seegang ist das Konzept am Limit. Drehknopf oder Tastenfeld lösen das.
  • Ethernet vergessen. Radar per Kabel, ein zweites Display oder ein Sonarmodul brauchen einen Ethernet-Port. Nicht jede Serie hat einen.
  • NMEA 0183 vorausgesetzt. Mehrere aktuelle Serien haben die Schnittstelle nicht mehr. Sollen ältere Geräte an Bord bleiben, gehört ein Konverter in die Rechnung.
  • Neuen Ausschnitt gesägt, obwohl es eine Adapterplatte gibt. Für die meisten Refit-Wege gibt es fertige Platten.

Fazit

Die Reihenfolge der Entscheidung ist bei einem Kartenplotter ungewöhnlich klar: erst der Betrachtungsabstand, dann die Auflösung, dann die Karten, die Sie schon haben. Erst danach kommt die Serie. Wer in dieser Reihenfolge vorgeht, kauft selten falsch – und wer sie umdreht, sägt einen Ausschnitt für ein Gerät, dessen Karten er nachkaufen muss.

Zwei Punkte wirken am längsten nach und lassen sich am schlechtesten korrigieren: der Ausschnitt im Schott und die Kartengeneration. Beides gehört vor die Bestellung, nicht danach.

Häufige Fragen

Welche Displaygröße brauche ich für mein Boot?+

Entscheidend ist der Abstand vom Rudergänger zum Display, nicht die Bootslänge. Bis etwa 0,7 m reichen 7 Zoll, zwischen 0,7 und 1,2 m sind 9 Zoll die übliche Wahl, zwischen 1,2 und 1,8 m 12 Zoll, darüber 15 oder 16 Zoll beziehungsweise zwei vernetzte Displays. Auf einer Flybridge steht der Plotter meist direkt am Rad – dort geht es eher um einen zweiten Steuerstand als um ein größeres Display. Kein Hersteller veröffentlicht dazu eine offizielle Regel – das ist unsere Empfehlung aus der Beratungspraxis.

Zeigt ein 12-Zoll-Plotter mehr Seekarte als ein 9-Zoll-Plotter?+

Nicht automatisch. Die üblichen 9-Zoll-Geräte haben 1280 × 720 Bildpunkte, die 12-Zoll-Geräte 1280 × 800 – gut 11 % mehr. Der Gewinn liegt vor allem in der physischen Darstellungsgröße und damit in der Lesbarkeit. Größere Reserven für Kartendetails, Datenfelder und geteilte Ansichten bieten erst Displays mit 1920 × 1080 oder 1920 × 1200. Wie viel Kartenausschnitt am Ende sichtbar ist, hängt zusätzlich von Benutzeroberfläche und Skalierung des jeweiligen Systems ab.

Was ist der Unterschied zwischen einem Kartenplotter und einem MFD?+

Ein Kartenplotter zeigt Seekarte, Position, Routen und Wegpunkte. Ein Multifunktionsdisplay kann zusätzlich Radar, AIS, Echolot, Motordaten, Kameras und den Autopiloten auf demselben Bildschirm bündeln. Fast alle aktuellen Geräte ab 7 Zoll sind MFDs; der Unterschied liegt darin, wie viel sie anbinden können.

Ist die Raymarine Alpha-Serie ein Kartenplotter?+

Nein. Alpha 7 und Alpha 9 sind Performance-Instrumente. Sie zeigen Segel-, Navigations-, Umgebungs- und Motordaten und können einen Evolution-Autopiloten steuern, stellen aber keine Seekarte dar. Alpha wird per RayNet an ein Axiom-MFD angebunden.

Kann ich meine vorhandenen Seekarten auf einem neuen Plotter weiterverwenden?+

Nur, wenn die Serie sie unterstützt. Die aktuellen Navico-Geräte B&G Zeus S, Zeus SR und Simrad NSX, NSS 4 akzeptieren ausschließlich C-MAP DISCOVER X und REVEAL X – ältere C-MAP-Generationen, Navionics und NV Charts laufen dort nicht. Garmin-Karten laufen nur auf Garmin-Geräten. Raymarine Axiom unterstützt LightHouse, Navionics und C-MAP. Prüfen Sie das vor dem Kauf, nicht danach.

Laufen NV Charts auf meinem Kartenplotter?+

NV-Plotterkarten laufen auf Lowrance HDS ab Generation 1 und 2 sowie Elite TI, auf Simrad NSE, NSS, NSO und GO7 bis GO9 sowie auf allen B&G-Geräten der Zeus- und Vulcan-Serie mit Ausnahme des Zeus S. Raymarine- und Garmin-Plotter werden nicht unterstützt.

Was bedeutet „xsv" bei Garmin?+

Modelle mit dem Zusatz xsv haben ein integriertes Echolot mit CHIRP, ClearVü und SideVü sowie einen Geberanschluss. Modelle ohne xsv – etwa GPSMAP 923 oder 1223 – haben kein internes Echolot und brauchen ein externes Modul.

Brauche ich als Segler ein Echolot im Plotter?+

Ein integriertes Hochleistungs-Sonar ist für die reine Fahrtennavigation meist nicht erforderlich. Woher die Tiefendaten kommen – direkt angeschlossener Geber, Sonarmodul oder Instrumentennetzwerk –, hängt von der Installation ab. Interessant sind für Segler zwei Sonderfunktionen: ForwardScan zur Darstellung des Unterwasserbereichs voraus, das Seekarte und sichere Navigation nicht ersetzt, und RealBathy beziehungsweise Genesis Live zur Aufzeichnung eigener Tiefenlinien.

Einbau oder Bügelmontage – was ist besser?+

Viele aktuelle Plotter unterstützen beide Montagearten. Ob Bügel, Einbausatz oder weiteres Montagematerial mitgeliefert werden, hängt jedoch vom jeweiligen Modell ab. Bügelmontage braucht keinen Ausschnitt, lässt den Ablesewinkel einstellen und erlaubt das Abnehmen über Winter – bei Displays ab 15 Zoll ist sie allerdings nicht mehr selbstverständlich und je nach Marke gar nicht oder nur mit Zubehörbügel möglich. Einbau ist optisch sauberer und bietet weniger Angriffsfläche für Schoten, verlangt aber einen sauberen Ausschnitt und genug Tiefe hinter dem Paneel – rechnen Sie erfahrungsgemäß mit 60 bis 80 mm zusätzlich für Stecker und Kabelbögen.

Läuft ein Plotter an einem 24-Volt-Bordnetz?+

Viele Geräte nehmen 24 Volt sogar direkt: Raymarine Axiom 2 Pro und XL, B&G Zeus SR und Zeus³S, Simrad NSS 4 sowie die Garmin-GPSMAP-Serien. Reine 12-Volt-Geräte sind die Einstiegsmodelle – Raymarine Axiom+ und Axiom 2, B&G Zeus S und Vulcan, Simrad NSX und GO. Sie brauchen einen DC-DC-Wandler, und der ist auf einem 24-Volt-Boot meist ohnehin vorhanden. Die Leistungsaufnahme liegt je nach Größe bei rund 10 bis 45 Watt; prüfen Sie die Dauerleistung Ihres Wandlers und ob über den Plotter noch Zubehör mitversorgt wird.

Alle technischen Angaben nach Herstellerdatenblättern und den Angaben auf unseren Produktseiten, Stand August 2026. Änderungen durch die Hersteller vorbehalten – maßgeblich sind die Angaben auf der jeweiligen Produktseite.

Marcel Moice - Mitarbeiter von NV Chart Group GmbH, rundes Bild

Marcel Moise – Yachtelektronik, Bordtechnik und praktische Lösungen aus Erfahrung

Marcel Moise ist bei HanseNautic der Ansprechpartner für Yachtelektronik und technische Ausrüstung an Bord. Seit über 40 Jahren ist er in der Yachtausrüstung tätig, seit mehr als drei Jahrzehnten mit besonderem Schwerpunkt auf der technischen Ausstattung von Segel- und Motorbooten.

Entscheidend ist für ihn, dass Technik nicht nur auf dem Papier überzeugt, sondern im Bordalltag zuverlässig funktioniert. Deshalb berät Marcel nicht nur zu Kartenplottern, Instrumenten, Autopiloten, Funktechnik und weiterer Yachtelektronik, sondern baut technische Geräte und Ausrüstung auch direkt an Bord ein. Seine Empfehlungen sind dadurch besonders praxisnah und orientieren sich an dem, was auf dem Boot wirklich sinnvoll und zuverlässig nutzbar ist.

Auch privat ist Marcel regelmäßig auf dem Wasser unterwegs – vom Langzeittörn bis zur Mittwochsregatta. Von diesem klaren Blick für funktionierende Technik profitieren Fahrtensegler ebenso wie ambitionierte Regattasegler, die auf durchdachte Lösungen und fundierte Empfehlungen setzen.

Erfahren Sie mehr über Marcel in seinem Autoren-Profil direkt hier: Mehr über Marcel
Die gesamte HanseNautic Redaktion stellen wir Ihnen hier vor: HanseNautic Redaktion

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