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港口, 海港, 帆船, 船只, 石头建筑

Törnplanung Kroatien: Reviere, Bura, Formalitäten und Seekarten


Ein Revier, zwei Kartensätze und eine Handvoll Pflichten

Die kroatische Adria reicht von der slowenischen Grenze bei Umag bis hinter Dubrovnik. Wer sie mit dem eigenen Boot oder einem Charterboot befährt, hat es mit einer zerklüfteten Inselküste zu tun, mit regional sehr unterschiedlichen Windverhältnissen und mit einer Handvoll Formalitäten, die sich vor der Abreise klären lassen.

Dieser Beitrag ordnet das Revier von Nord nach Süd, erklärt mit Bura, Jugo und Maestral drei für die kroatische Adria typische Winde und nimmt sich die Vorschriften vor, die deutsche Bootsfahrer am häufigsten beschäftigen: die Gebühr für die Sicherheit der Schifffahrt, die Anmeldung des Fahrzeugs und die Frage, welcher Befähigungsnachweis gilt. Am Ende steht die Frage, die nach der Planung kommt: welches Kartenwerk deckt den Törn ab, den Sie tatsächlich fahren wollen.

Eines vorweg, weil es viele Missverständnisse erklärt: Für Führerschein- und Dokumentenfragen ist nicht allein entscheidend, ob das Boot gechartert oder privat genutzt wird. Wichtig ist unter anderem, unter welcher Flagge das Fahrzeug fährt.

Kurz gefasst

Was vor dem Kroatien-Törn geregelt sein muss

  • Gebühr: Für ausländische Sport- und Freizeitboote beziehungsweise -yachten kann die kroatische Gebühr für die Sicherheit der Schifffahrt anfallen; sie wird für das Kalenderjahr erhoben.
  • Anmelden: Für ausländische Boote und Yachten gelten Anmeldepflichten; der konkrete Ablauf hängt unter anderem davon ab, ob das Fahrzeug über See einläuft oder bereits an Land nach Kroatien gebracht wurde.
  • Papiere: Mehrere Nachweise gehören an Bord — die Verordnung verlangt sie im Original.
  • Befähigungsnachweis: Auch für ein ausländisch geflaggtes Boot verlangt Kroatien einen Nachweis. Welcher anerkannt ist, hängt von der Flagge des Fahrzeugs ab.
  • Kornati und Mljet: Dort braucht das Fahrzeug eine eigene Eintrittskarte, und geankert wird nur, wo die Parkverwaltung es zulässt.
  • Karten: Die Trennlinie der beiden NV-Charts-Sätze liegt bei Vodice — nördlich davon HR1, südlich HR2.

Das Revier von Istrien bis Dubrovnik

Die kroatische Küste ist keine durchgehende Linie, sondern eine vorgelagerte Inselkette mit Kanälen dahinter. Das prägt die Törnplanung: In vielen Abschnitten gibt es eine Innen- und eine Außenroute, und die Entscheidung zwischen beiden hängt wesentlich von Wetter und Etappenziel ab.

Für die Planung hat sich eine Gliederung in fünf Abschnitte bewährt, die sich an den Landschaften und an den großen Anlaufpunkten orientiert. Sie ist zugleich die Gliederung, entlang derer später die Kartenfrage beantwortet wird.

Istrien
Von der slowenischen Grenze bis Pula. Ein dicht erschlossener Abschnitt des Reviers mit kurzen Schlägen und gut ausgebauten Häfen. Wenig vorgelagerte Inseln, dafür offene Anläufe.
Kvarner
Cres, Lošinj, Krk, Rab und der Velebitkanal an der Festlandseite. Hier kann die Bura besonders kräftig auftreten; der Velebitkanal gehört zu den Abschnitten, in denen die lokale Vorhersage besonders wichtig ist.
Norddalmatien
Zadar, die Kornaten und der Raum Šibenik bis Vodice. Der Nationalpark Kornati liegt mittendrin und hat eigene Regeln für Ankern und Übernachten.
Mitteldalmatien
Split mit Brač, Hvar, Šolta und Vis. Lange Inselkanäle, die als Windbeschleuniger wirken können, und die kürzesten Wege zwischen bekannten Anlaufhäfen.
Süddalmatien
Korčula, Lastovo, Mljet und der Anlauf auf Dubrovnik. Der Nationalpark Mljet liegt auf dieser Strecke, ebenso die Übergänge Richtung Montenegro.

Die fünf Abschnitte sind unterschiedlich lang, und das ist für die Törnplanung wichtiger als ihre Zahl. Wer eine Woche Zeit hat, bleibt sinnvollerweise in einem oder zwei davon. Wer zwei Wochen hat und einen Einwegtörn plant, kommt mit drei zurecht. Ein Törn, der Istrien und Dubrovnik in einem Urlaub verbinden will, ist ein Verholtörn und kein Revierurlaub — das ist keine Wertung, sondern eine Frage der Etmale.

Welcher Abschnitt zu Ihrem Törn passt, hängt weniger vom Kalender ab als davon, was Sie suchen:

  • Kurze Etappen und viele ausgebaute Häfen: Istrien. Die Wege zwischen den Anlaufpunkten sind kurz, das Revier ist auch mit wenig Zeit oder mit Crew an Bord gut zu fahren, die von langen Schlägen wenig hält.
  • Inselhopping mit markantem Küstenrelief: Kvarner. Große Inseln, klare Kanäle, viel Landschaft — und ein Revier, in dem die Wetterlage die Routenwahl wesentlich mitbestimmt.
  • Viele Inseln und Buchten auf engem Raum: Norddalmatien. Der Kornaten-Archipel ist das Herzstück; dafür gelten dort die Regeln des Nationalparks.
  • Klassische Charterroute: Mitteldalmatien. Ab Split liegen Brač, Šolta, Hvar und Vis in erreichbarer Entfernung und bieten zahlreiche Möglichkeiten für unterschiedliche Etappenlängen.
  • Längere Etappen mit großen Zielen: Süddalmatien. Mljet, die Elaphiten und Dubrovnik verbinden längere Etappen mit markanten landschaftlichen und kulturellen Zielen.

Wie weit kommt man in einer Woche?

Bei einer Charterwoche ist weniger die maximal mögliche Strecke entscheidend als ein sinnvoller Umkehrpunkt. Ab Zadar oder Šibenik lässt sich Norddalmatien mit den Kornaten verbinden. Ab Split liegt der Schwerpunkt eher auf Brač, Šolta, Hvar und — je nach Wetter und Etappenlänge — Vis. Von Dubrovnik aus stehen Mljet, die Elaphiten und Teile Süddalmatiens im Vordergrund.

Der Reiz des Reviers liegt darin, dass sich viele Etappen kürzer oder länger planen lassen. Wer den Umkehrpunkt nicht zu weit setzt, gewinnt die Freiheit, einen Tag liegen zu bleiben, ohne den Rückweg zu gefährden — und genau diese Freiheit ist in einem Revier mit Bura und Jugo mehr wert als eine zusätzliche Insel.

Tipp aus der Praxis

Planen Sie nicht jeden Abend im Voraus fest. Bura und Jugo sind gute Gründe, eine Etappe zu verschieben oder die geschütztere Seite einer Insel zu wählen.

Bura, Jugo und Maestral

Bura, Jugo und Maestral stehen für unterschiedliche Wind- und Wetterlagen, die für die Törnplanung an der kroatischen Küste besonders relevant sind. Wer ihre typischen Eigenschaften kennt, kann Warnungen und regionale Unterschiede im amtlichen Seewetterbericht besser einordnen.

Die Bura ist der Fallwind aus nordöstlicher Richtung, der über die Küstengebirge auf das Meer herabkommt. Im Seewetterbericht des Marine-Meteorologischen Zentrums in Split wird der Bereich am Fuß des Velebit gesondert ausgewiesen: Dort können die Böen deutlich anders ausfallen als in anderen Küstenabschnitten, und Warnungen nennen diesen Bereich deshalb ausdrücklich. Für die Planung heißt das weniger „wie stark wird es" als „wo genau" — dieselbe Wetterlage kann im Velebitkanal etwas anderes bedeuten als zwanzig Seemeilen weiter westlich hinter den Inseln.

Der Jugo kommt aus südöstlicher Richtung und läuft über eine lange Strecke offener See an; entsprechend gehört Welle zu seinem typischen Bild. Für einen Törn nach Süden kann er Rückenwind mit Seegang bedeuten, für einen Törn nach Norden das Gegenteil.

Der Maestral ist ein typischer sommerlicher Seewind aus nordwestlicher Richtung. Er entwickelt sich häufig im Tagesverlauf, erreicht am Nachmittag seine stärkere Phase und lässt gegen Abend wieder nach. Er prägt im Sommer viele Tagesetappen entlang der kroatischen Küste. Wer den typischen Tagesgang berücksichtigt, kann frühe Etappen und rechtzeitige Hafenanläufe gezielt in die Törnplanung einbauen.

Wie Windangaben in Beaufort, Knoten und Meter pro Sekunde zusammenhängen und was sie für den Seegang bedeuten, zeigt unser Ratgeber Windstärke an Bord: Beaufort, Knoten und Seegang.

Tipp aus der Praxis

Der kroatische Wetterdienst gibt einen eigenen Seewetterbericht für die Adria heraus, mit Warnungen und einer Vorhersage für die nächsten Stunden. Er ist frei zugänglich und in englischer Fassung verfügbar — und er ist die Quelle, auf die sich die Ansagen in den Häfen beziehen.

Quelle: Državni hidrometeorološki zavod (DHMZ) — Weather report issued by The Marine Meteorological Center Department Split

Die Gebühr für die Sicherheit der Schifffahrt

Was im deutschen Sprachgebrauch meist „Vignette" heißt, führt das kroatische Verkehrsministerium als Anmeldung der Jacht oder des Bootes. Bezahlt wird dabei die Gebühr für die Sicherheit der Schifffahrt und den Schutz des Meeres vor Verschmutzung — keine Maut für eine Strecke und keine Tagesgebühr, sondern eine Jahresabgabe. Das ist der Punkt, an dem sich die meisten verrechnen.

Die Verordnung sagt es unmissverständlich: Die Gebühr zahlen alle ausländischen Fahrzeuge im Sinne dieser Vorschrift, und sie wird für das Kalenderjahr gezahlt, ohne Rücksicht darauf, wie lange das Fahrzeug in kroatischen Gewässern unterwegs ist. Die Durchführungsvorschrift schiebt seit ihrer Änderung von 2020 ausdrücklich nach, dass die Gebühr nicht auf kleinere Zeiteinheiten teilbar ist. Bezahlt gilt sie bis zum Ende des Jahres, auf das sie sich bezieht — unabhängig davon, wann sie bezahlt wurde.

Bemessen wird sie nach zwei Größen: der Länge des Fahrzeugs und der Gesamtleistung der Antriebe. Für Jachten und für Boote gelten dabei unterschiedliche Rechenformeln, die als Anlagen zur Vorschrift veröffentlicht sind. Den aktuellen Betrag nennt der amtliche Onlinedienst des Ministeriums, über den die Gebühr auch entrichtet wird.

Eine Ausnahme ist im Text ausdrücklich vorgesehen und wird leicht übersehen: Wer die kroatische Küste lediglich im Rahmen der friedlichen Durchfahrt passiert, ohne einen Hafen oder Ankerplatz anzulaufen, löst diese Gebührenpflicht nach der Vorschrift nicht aus.

Hinweis

Bei einer Anreise spät im Kalenderjahr sollte berücksichtigt werden, dass die Gebühr nicht anteilig berechnet wird: Wer beispielsweise Anfang Oktober ankommt, zahlt dieselbe Jahresgebühr wie bei einer Nutzung über die gesamte Saison. Mit dem Jahresende endet der betreffende Gebührenzeitraum; wer sein Boot über den Winter in Kroatien lässt, braucht für die neue Saison eine neue.

Quelle: Pravilnik o naknadi za sigurnost plovidbe, Narodne novine 116/2016, in der Fassung der Änderung Narodne novine 14/2020; das Ministerium führt den Vorgang als „Yacht or Boat Arrival Notification – Vignette"

Anmelden, Crewliste und die Papiere an Bord

Die einschlägige Verordnung unterscheidet zwei Anreisewege und verlangt Unterschiedliches. Das ist der zweite Punkt, an dem deutsche Crews regelmäßig aneinander vorbeireden — weil der eine vom Trailer kommt und der andere über See.

Wer über See einläuft, lässt die Besatzungs- und Passagierliste bei der Hafenkapitänerie oder einer ihrer Außenstellen beglaubigen, zahlt die vorgeschriebenen Gebühren und meldet den Aufenthalt ausländischer Staatsangehöriger an Bord. Vor dem Auslaufen aus Kroatien wird die Liste erneut bei der Hafenkapitänerie beglaubigt; danach ist das kroatische Küstenmeer auf dem kürzesten Weg zu verlassen.

Die Verordnung nennt daneben die Grenzkontrolle bei Ein- und Ausreise. Wie sie im Einzelfall abläuft, hängt allerdings nicht allein an dieser Verordnung, sondern daran, woher das Fahrzeug kommt: Kroatien gehört seit 2023 zum Schengenraum, und für die Einreise aus einem anderen Schengenstaat gelten andere Regeln als für die Einreise aus einem Staat außerhalb. Wer über See anreist, klärt den für seine Route geltenden Ablauf vor der Abfahrt bei der zuständigen Hafenkapitänerie — das ist auch die Stelle, bei der die Liste ohnehin beglaubigt wird.

Für einen Teil dieser Vorgänge steht inzwischen das Portal eNautika des Ministeriums zur Verfügung: Über den Dienst „Prijava dolaska" lässt sich die Ankunft in kroatischen Gewässern anmelden, und das Portal steht Bürgerinnen und Bürgern der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums nach eigener Beschreibung gleichberechtigt offen — die Anmeldung ist über eIDAS auch ohne kroatischen Wohnsitz möglich. Das Ministerium sieht den Online-Dienst insbesondere für die jährliche Erneuerung der Anmeldung vor. Ohne Anmeldung nutzbar ist außerdem ein Rechner für die Gebühr für die Sicherheit der Schifffahrt.

Wer sein Boot über Land bringt oder es in Kroatien eingelagert hat, hat nach der Verordnung einen kürzeren Weg: Dort werden vor dem Beginn der Fahrt die Gebühren gezahlt und der Aufenthalt ausländischer Staatsangehöriger gemeldet. Eine Grenzkontrolle beim Einlaufen und eine beglaubigte Liste sieht die Verordnung für diesen Fall nicht vor.

Die vom Ministerium weiterhin als einschlägig geführte Verordnung nennt außerdem Nachweise, die an Bord im Original mitzuführen sind:

  • den Beleg über die gezahlten Gebühren,
  • den Nachweis, dass das Fahrzeug seetüchtig ist,
  • den Nachweis, dass der Bootsführer das Fahrzeug führen darf,
  • den Nachweis einer Haftpflichtversicherung für Schäden Dritter,
  • den Eigentumsnachweis oder die Vollmacht zur Nutzung des Fahrzeugs.

Der letzte Punkt hat eine Formvorschrift, die im Alltag am ehesten zum Problem wird. An Bord eines Boots in Privateigentum dürfen der Eigner, seine engsten Familienangehörigen und schriftlich bevollmächtigte Personen sein — und die Unterschrift des Eigners auf dieser Vollmacht muss von einer zuständigen Stelle beglaubigt sein, im Inland oder im Ausland. Gehört das Boot einer Gesellschaft, muss die Vollmacht zusätzlich die verantwortliche Person, den Nutzungszeitraum, den Namen des Verantwortlichen für die Führung des Fahrzeugs und die Namen aller Personen enthalten, die in diesem Zeitraum an Bord sein werden.

Tipp aus der Praxis

Wer sein Boot Freunden oder erwachsenen Kindern überlässt, erledigt die Beglaubigung vor der Abreise. Eine formlose Erlaubnis per Nachricht erfüllt die Vorschrift nicht, und nachträglich lässt sich eine beglaubigte Unterschrift vom Liegeplatz aus schlecht beschaffen.

Quelle: Uredba o uvjetima za dolazak i boravak stranih jahti i brodica namijenjenih sportu i razonodi …, Narodne novine 97/2013, in der Fassung der Änderung Narodne novine 50/2017; sie ist die Fassung, die das Ministerium auf seiner Nautikseite als geltend führt. Zum Portal: eNautika

Befähigungsnachweis: Die Flagge entscheidet mit

Beim Führerschein muss zwischen ausländisch geflaggten Booten und Fahrzeugen unter kroatischer Flagge unterschieden werden. Das kroatische Ministerium verlangt auch beim Führen eines ausländisch geflaggten Boots oder einer Yacht einen entsprechenden Befähigungsnachweis. Schreibt der Flaggenstaat keinen solchen Nachweis vor, greift die kroatische Regelung. Für Boote und Yachten unter kroatischer Flagge veröffentlicht das Ministerium außerdem eine Liste der anerkannten ausländischen Befähigungsnachweise.

Praktisch heißt das für die Buchung: Bei einem Charterboot sollte vor der Buchung geprüft werden, unter welcher Flagge das konkrete Fahrzeug fährt und welche Befähigungsnachweise dafür anerkannt werden. Nicht jedes in Kroatien angebotene Charterfahrzeug fährt unter kroatischer Flagge — das Ministerium führt für ausländisch geflaggte Charterfahrzeuge eigene Unterlagen und veröffentlicht die erteilten Kabotagegenehmigungen.

Welcher deutsche Schein für welche Bootsgröße und welches Fahrtgebiet anerkannt ist, entscheidet nicht die Charterfirma und nicht dieser Beitrag, sondern die amtliche Liste des Ministeriums. Sie ist öffentlich und wird fortgeschrieben — deshalb steht hier bewusst keine eigene Übersichtstabelle, die im nächsten Jahr überholt wäre. Die Liste zusammen mit der Frage an die Charterfirma, welchen Nachweis sie verlangt, ist die zuverlässigste Auskunft vor der Buchung.

Quelle: Ministarstvo mora, prometa i infrastrukture — Nautics: „Operating a foreign flagged boat or yacht in the territorial waters of the Republic of Croatia", „Recognized certificates for operating boats and yachts", Kabotagegenehmigungen

Kornati und Mljet: Eintritt, Ankern und Schutzgebiete

Zwei kroatische Nationalparks liegen mitten auf den gängigen Törnrouten: die Kornaten in Norddalmatien und Mljet in Süddalmatien. Für beide Parks gelten eigene Eintritts-, Befahrens- und Ankerregeln, die vor dem Törn geprüft werden sollten. Für andere Schutzgebiete an der kroatischen Küste gelten wiederum eigene Vorgaben.

Mljet formuliert den Mechanismus so, dass man ihn sofort versteht: Die Fahrt in den Parkgewässern ist nur mit Erlaubnis der Parkverwaltung zulässig; diese Erlaubnis schließt die Zahlung der Gebühr und den Erwerb der Eintrittskarte für das Fahrzeug ein, und die Höhe der Gebühr richtet sich nach der Größe des Fahrzeugs und der Zahl der Tage, die der Aufenthalt dauern soll. Innerhalb von 150 Metern zur Küste liegt die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei fünf Knoten. Ankern und Festmachen sind auf ausgewiesene Bereiche beschränkt — unter anderem auf die Bucht Lokva, die Bucht Polače, den Bereich südlich des Inselchens Pomeštak, die Strecke von Mali Kusarski Rat bis Lenga, den Bereich östlich des Inselchens Tajnik und die Bucht Tatinica.

In den Kornaten ist die Fahrt außerhalb der Zonen strengen Schutzes im ganzen Parkgebiet erlaubt — die vier Schutzzonen um die Inselchen Purara mit den Klippen Klint und Volić, Mrtenjak, Kolobučar sowie Mali und Veliki Obručan dürfen von Besuchern gar nicht angelaufen werden. Ankern und Übernachten sind dagegen auf namentlich genannte Buchten begrenzt: Stiniva, Statival, Lupeška, Tomasovac – Suha punta, Šipnate, Lučica, Kravjačica, Strižnja, Vruje, Gujak, Opat, Smokica, Ravni Žakan, Lavsa, Piškera – Vela Panitula, Anica auf Levrnaka, Podbižanj und Koromašna. Das gesamte Landgebiet des Parks ist Privateigentum; gewandert werden darf nur auf den dafür ausgeschilderten Wegen. Tauchen mit Gerät ist nur in organisierten Gruppen und mit vorher eingeholter Genehmigung erlaubt.

In den Kornaten wird das Bojensystem derzeit ausgebaut, und das ändert das Bild. Die Parkverwaltung nennt umweltverträgliche Liegeplätze an sechzehn Standorten mit zusammen 164 Bojen für Fahrzeuge bis 16 und bis 26 Meter Länge; sie dürfen mit gültiger Eintrittskarte kostenlos genutzt werden. Verankert sind sie nicht mit Betonblöcken, sondern mit Bohrankern im Fels, damit der Bewuchs am Grund unberührt bleibt. Als langfristiges Ziel beschreibt die Verwaltung, Liegeplätze in allen vorgesehenen Ankerbuchten einzurichten und freies Ankern im Nationalpark vollständig zu untersagen. Vor dem Törn gehört die aktuelle Parkregelung deshalb noch einmal an der Quelle geprüft.

Wer zum ersten Mal an einer Mooringboje festmacht, findet das Manöver und die Leinenführung im Ratgeber Festmachen an der Muringboje beschrieben.

Tipp aus der Praxis

Die Eintrittskarte lässt sich vorab online lösen. Das spart den späteren Kauf vor Ort und ermöglicht, Eintritt und Liegeplanung bereits vor dem Törn zu erledigen.

Quellen: Javna ustanova Nacionalni park Kornati — Pravila ponašanja und Lokacije bova · Javna ustanova Nacionalni park Mljet — Information for yachtmen

Welche Karte für welchen Törnabschnitt

Für die kroatische Adria gibt es aus unserem eigenen Kartenwerk zwei Sätze, und ihre Trennlinie liegt an einer Stelle, die für die Törnplanung günstig gewählt ist: bei Vodice, also im Übergang von Nord- zu Mitteldalmatien. NV Charts Croatia HR1 deckt den Abschnitt von Triest bis Vodice ab, NV Charts Croatia HR2 den Abschnitt von Vodice bis Dubrovnik und weiter nach Montenegro.

Damit lässt sich die Kartenfrage direkt aus der Revierwahl ableiten:

Istrien, Kvarner
HR1. Der Satz beginnt bei Triest und deckt die ganze Nordhälfte ab, einschließlich Velebitkanal und der Kvarner-Inseln.
Zadar, Kornaten, Šibenik
HR1. Norddalmatien liegt noch nördlich der Trennlinie — auch der Nationalpark Kornati.
Split, Brač, Hvar, Vis
HR2. Der Satz setzt bei Vodice an; die klassischen Törns ab Split liegen vollständig darin.
Korčula, Mljet, Dubrovnik
HR2, mit Küstenkarten bis über Rt Oštra hinaus und einer Detailkarte Tivat in der Bucht von Kotor.

Ein Törn, der die Trennlinie bei Vodice überquert — etwa von Zadar nach Split oder von Šibenik nach Hvar —, sollte deshalb beide Kartensätze einplanen.

Neben den Seekarten führt die kroatische Adria mit ihren Buchten und kleinen Häfen zu einer zweiten Frage, die Karten allein nicht beantworten: wo man liegen kann. Dafür gibt es Hafenhandbücher und Revierführer für das Mittelmeer, die Ankerbuchten, Marinas und Anlaufhinweise beschreiben — eine sinnvolle Ergänzung, keine Alternative zur Seekarte.

Seekarten Adria und Kroatien ansehen

Fazit

Kroatien verbindet ein vielseitiges Inselrevier mit einigen Formalitäten, die vor dem Törn geklärt sein sollten. Für Eigner ausländisch geflaggter Boote gehören dazu insbesondere die Anmeldung des Fahrzeugs, die erforderlichen Dokumente und die jährliche Gebühr. Bei Charterbooten sollte bereits vor der Buchung geprüft werden, unter welcher Flagge das Fahrzeug fährt und welche Befähigungsnachweise anerkannt werden. In den Nationalparks Kornati und Mljet kommen eigene Befahrens-, Anker- und Eintrittsregeln hinzu.

Für die eigentliche Törnplanung sind Wetter und Revierwahl entscheidender. Wer sich für einen Abschnitt zwischen Istrien und Dubrovnik entscheidet, kann Etappen, Ausweichmöglichkeiten und Kartenmaterial gezielt darauf abstimmen — nördlich von Vodice HR1, südlich HR2, über die Linie hinweg beide.

Häufige Fragen

Fällt die Gebühr auch für einen kurzen Törn an?+

Ja. Die Gebühr wird für das Kalenderjahr erhoben und ist nicht auf kleinere Zeiteinheiten teilbar; die Höhe wird nicht nach der Aufenthaltsdauer innerhalb des Kalenderjahres gestaffelt. Sie entsteht allerdings nicht, wenn das Recht der friedlichen Durchfahrt genutzt wird, ohne Häfen oder Ankerplätze anzulaufen.

Gilt die Gebühr vom Vorjahr noch, wenn das Boot in Kroatien überwintert hat?+

Nein. Die bezahlte Gebühr gilt bis zum Ende des Jahres, auf das sie sich bezieht. Für die neue Saison wird sie neu fällig, und zwar vor dem Beginn der Fahrt.

Welchen Befähigungsnachweis brauche ich in Kroatien?+

Das kroatische Ministerium verlangt auch beim Führen eines ausländisch geflaggten Boots einen entsprechenden Nachweis; schreibt der Flaggenstaat keinen vor, greift die kroatische Regelung. Für Fahrzeuge unter kroatischer Flagge veröffentlicht das Ministerium eine Liste der anerkannten ausländischen Nachweise. Klären Sie vor einer Charterbuchung, unter welcher Flagge das Fahrzeug fährt und welcher Nachweis dafür anerkannt ist.

Muss ich mich anmelden, wenn ich das Boot auf dem Trailer bringe?+

Die Verordnung sieht für diesen Fall keine Grenzkontrolle beim Einlaufen und keine beglaubigte Besatzungsliste vor. Die vorgeschriebenen Gebühren und die Meldung des Aufenthalts ausländischer Staatsangehöriger sind aber vor dem Beginn der Fahrt zu erledigen — das gilt auch für ein Boot, das in Kroatien eingelagert war.

Darf ich mein Boot Freunden überlassen?+

Ja, aber nur mit einer schriftlichen Vollmacht, deren Unterschrift von einer zuständigen Stelle beglaubigt ist. Gehört das Boot einer Gesellschaft, muss die Vollmacht zusätzlich den Nutzungszeitraum, den Verantwortlichen für die Führung des Fahrzeugs und die Namen aller Personen an Bord nennen. Die Vollmacht gehört im Original an Bord.

Kann ich in den Kornaten überall ankern?+

Nein. Ankern und Übernachten sind auf namentlich genannte Buchten begrenzt, und die vier Zonen strengen Schutzes dürfen gar nicht angelaufen werden. Für das Fahrzeug ist eine Eintrittskarte zu lösen; an sechzehn Standorten liegen Mooringbojen, die mit gültiger Karte kostenlos genutzt werden dürfen. Die Parkverwaltung baut das System aus und nennt als Ziel, freies Ankern im Park ganz zu untersagen.

Reicht ein Kartensatz für einen Törn von Zadar nach Split?+

Nein. Die Trennlinie zwischen HR1 und HR2 liegt bei Vodice, also zwischen den beiden Häfen. Ein Törn, der sie überquert, braucht beide Sätze.

Autor: Hasko Scheidt
Hasko Scheidt - Segler, rundes Bild

Hasko Scheidt – Kapitän, Navigator, Bastler und Törnplaner aus Leidenschaft

Hasko Scheidt ist seit vielen Jahren eng mit der Seefahrt verbunden. Nach seinem Kapitänspatent an der Seefahrtschule in Hamburg im Jahr 1972 verlagerte sich sein beruflicher Schwerpunkt in die Wassersportwirtschaft: Er gründete den NV Charts Verlag für Seekarten. Über viele Jahre prägte er zudem die NV Charts Hafenlotsen Handbücher mit seinem strukturierten Stil und seinem großen Fachwissen. Durch seine langjährige Zeit auf dem Wasser und seine Liebe zum Segeln kennt er die Anforderungen unterschiedlicher Reviere und Schiffe aus eigener Erfahrung. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der klassischen Navigation und der Törnplanung für längere Reisen. Dabei geht es ihm nicht nur um die richtige Route, sondern auch um Sicherheit, gute Vorbereitung und eine verlässliche Einschätzung der Bedingungen. Auch im Ruhestand ist Hasko Scheidt dem Segeln treu geblieben. Mit technischem Verständnis und handwerklichem Geschick unterstützt er bei Fragen rund um Ausrüstung, Pflege und Reparaturen an Bord. Seine Texte verbinden Erfahrung, Praxisnähe und klare Sprache – und bieten wertvolle Orientierung auf See.
Hier gelangen Sie zu unserer HanseNautic Autoren-Seite: HanseNautic Redaktion

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