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Ankern und Anlegen

Ankerleinen, Ankerketten und Kettenvorläufe

Erst das richtige Geschirr macht den Anker sicher. Kette, Leine oder Kettenvorlauf bestimmen Zugwinkel, Länge und Elastizität – und damit, wie gut Ihr Anker hält.

Kaufberatung

Kette, Leine oder Kettenvorlauf – was ist richtig?

Ein Kettenvorlauf kombiniert die Vorteile beider Welten: Kette am Anker für flachen Zug, Leine für Länge und Elastizität.

  • ✓Kalibrierte Kette passend zur Ankerwinsch
  • ✓Leinendurchmesser nach Bootsgröße
  • ✓Gesamtlänge nach Wassertiefe im Revier

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Ankerleinen, Ketten und Kettenvorläufe im Überblick

Das Ankergeschirr verbindet Boot und Anker – und entscheidet mit über die Haltekraft. Eine Kette liegt schwer am Grund, sorgt für einen flachen Zugwinkel und ist unempfindlich gegen Scheuern. Eine Ankerleine ist leichter, elastischer und günstiger, muss aber vor Abrieb geschützt werden. Der Kettenvorlauf verbindet beides: ein Stück Kette direkt am Anker, dahinter Leine für die nötige Länge.

Welche Lösung passt, hängt von Bootsgröße, Ankerwinsch und Revier ab. Boote mit Ankerwinsch nutzen meist durchgehende, kalibrierte Kette; kleinere Boote oder Zweitanker fahren oft mit Kettenvorlauf.

  • Kette: flacher Zug, robust, schwer
  • Leine: leicht, elastisch, abriebempfindlich
  • Kettenvorlauf: Kette am Anker plus Leine

Warum ist die Kalibrierung der Kette wichtig?

Ankerwinschen greifen mit einer Kettennuss (Wildfang) in die Kettenglieder. Nur eine kalibrierte Kette mit exakt eingehaltenen Gliedmaßen läuft sauber und ohne Verklemmen über die Nuss. Achten Sie darauf, dass Kettenkaliber und Kettennuss zueinander passen – sonst kann die Kette überspringen. Bei nachgerüsteten Winschen lohnt der Blick in die Herstellerangaben zum passenden Kaliber.

Wie viel Ankerleine brauche ich? (Faustregel Wassertiefe)

Die auszusteckende Länge richtet sich nach der Wassertiefe. Als Faustregel gilt bei Kette etwa die drei- bis vierfache, bei Leine bzw. Kettenvorlauf die fünf- bis siebenfache Wassertiefe – gemessen ab Bugbeschlag inklusive Freibord und Tidenhub. Bei viel Wind, Schwell oder über Nacht steckt man mehr aus. Rechnen Sie deshalb bei der Gesamtlänge Reserve ein und markieren Sie die Leine oder Kette in Abschnitten, um die ausgesteckte Länge im Blick zu behalten.

Häufige Fragen zu Ankerleinen und Ketten

Was ist ein Kettenvorlauf?+
Ein Kettenvorlauf ist ein Stück Kette, das direkt am Anker angeschlagen wird, gefolgt von einer Ankerleine. Die Kette sorgt für flachen Zug und Abriebschutz am Grund, die Leine bringt Länge und Elastizität.
Wie lang sollte die Ankerleine sein?+
Als Faustregel plant man die fünf- bis siebenfache Wassertiefe bei Leine bzw. Kettenvorlauf und die drei- bis vierfache bei reiner Kette. Bei Wind, Schwell oder über Nacht steckt man mehr aus.
Was bedeutet kalibrierte Kette?+
Kalibrierte Kette hat exakt eingehaltene Gliedmaße, sodass sie sauber über die Kettennuss der Ankerwinsch läuft. Kaliber und Kettennuss müssen zueinander passen, damit die Kette nicht überspringt.
Welchen Durchmesser sollte die Ankerleine haben?+
Der Durchmesser richtet sich nach Bootsgröße und Belastung. Größere Boote benötigen stärkere Leinen. Wichtig ist zudem eine dehnfähige, gut spleißbare Konstruktion, meist gedrehtes Tauwerk.
Kette oder Leine – was hält besser?+
Kette hält durch ihr Gewicht den Zugwinkel flach und ist robust, Leine ist leichter und elastischer. Der Kettenvorlauf verbindet die Vorteile und ist für viele Boote eine gute Wahl.
Wie verbinde ich Kette und Anker sicher?+
Die Verbindung erfolgt über passende Schäkel oder Ankerwirbel, gesichert gegen selbsttätiges Lösen. Passendes Verbindungsmaterial finden Sie in der Kategorie Zubehör und Montagematerial.
Birger Scheidt

Fachlich geprüft von

Birger Scheidt

Bootsausrüstungs-Experte · Geschäftsführer NV Chart Group

Segler und Ausrüstungs-Fachmann. Bei HanseNautic verantwortet Birger Scheidt die Auswahl bootstauglicher Ausrüstung und teilt Praxiswissen aus Revier und Werft.