Bergeschlaufen und Rettungsgurte
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Bergeschlaufen und Rettungsgurte
Schonende Bergung nach Mensch-über-Bord
Ist die Verbindung zur über Bord gegangenen Person erst einmal hergestellt, beginnt der anspruchsvollste Teil: Die sichere und vor allem schonende Bergung an Deck. Wer längere Zeit im Wasser war, ist meist stark ausgekühlt, erschöpft und körperlich wie mental am Limit. Das einfache Hochziehen an einer dünnen Rettungsleine kann in dieser Situation lebensgefährlich sein, denn das Risiko eines Bergekollaps ist hoch. Genau hier setzen spezialisierte Bergeschlaufen und Rettungsgurte als unverzichtbare Bergehilfen an.
Diese Rettungsmittel sind so ausgelegt, dass sie den Körper großflächig stützen und eine möglichst horizontale Bergung ermöglichen. Dadurch wird das Herz-Kreislauf-System entlastet und der Schock für den Organismus deutlich reduziert.
Funktion und Bauweise moderner Bergehilfen
Die verschiedenen Bergeschlaufen und Rettungsgurte sind auf unterschiedliche Bootstypen und Freiborde abgestimmt, verfolgen aber alle dasselbe Ziel: Die Person im Wasser sicher zu fixieren und die Last kontrolliert über mechanische Hilfsmittel wie Winsch oder Flaschenzug aufzunehmen.
- Bergeschlaufen: Robuste, einfach aufgebaute Schlingen, die schnell unter den Achseln der Person platziert werden. Sie sind kompakt, passen in jede Ausrüstungstasche und lassen sich sehr intuitiv nutzen. Ideal als Ergänzung zu Wurfleinen und Rückholsystemen sowie für kleinere bis mittlere Yachten.
- Rettungsgurte (Bergetücher): Ein Rettungsgurt ist breiter, häufig gepolstert und oft als Netz oder Tuch ausgeführt. Er bietet eine sehr große Auflagefläche und maximale Stabilität während des Hebevorgangs. Auf Yachten mit hohem Freibord oder bei bewusstlosen Personen ist dies meist die bevorzugte Lösung, da der Körper fast vollständig gestützt wird.
- Verbindungspunkte: Sowohl Bergeschlaufen als auch Gurte verfügen über verstärkte Verbindungspunkte (z.B. D-Ringe oder Karabineraufnahmen), die direkt mit der Leine des Rückholsystems oder einem Flaschenzug verbunden werden. Hohe Bruchlast und saubere Verarbeitung sind hier Pflicht.
| System | Vorteil | Primärer Einsatz |
|---|---|---|
| Einfache Bergeschlaufe | Schnell angelegt, geringes Packmaß, sehr einfache Handhabung. | Kleine bis mittlere Yachten, ansprechbare Person. |
| Rettungsgurt / Bergetuch | Sehr gute horizontale Unterstützung, entlastet den Kreislauf, hohe Stabilität. | Hoher Freibord, bewusstlose oder verletzte Person. |
FAQ - Häufige Fragen zu Bergeschlaufen und Rettungsgurten
1. Warum ist eine horizontale Bergung mit einem Rettungsgurt so wichtig? +
Die horizontale Bergung über einen Rettungsgurt oder eine breite Bergeschlaufe reduziert das Risiko eines Bergekollaps deutlich.
Nach längerer Zeit im kalten Wasser ist der Kreislauf instabil. Wird eine Person abrupt und vertikal hochgezogen, kann das Blut in die Beine absacken, der Blutdruck fällt stark ab und im schlimmsten Fall kommt es zu Bewusstlosigkeit oder Herzstillstand.
Eine möglichst waagerechte Bergung entlastet das Herz-Kreislauf-System und verbessert die Überlebenschancen spürbar.
2. Wie verbinde ich eine Bergeschlaufe korrekt mit dem Boot? +
Eine Bergeschlaufe wird über einen hochbelastbaren Karabiner oder Spezialhaken mit einem Flaschenzug oder mit der Leine verbunden, die auf der Winsch gefahren wird.
Die Verbindungspunkte der Schlaufe müssen für hohe Lasten ausgelegt sein. Wichtig ist zudem, dass die Zugrichtung so gewählt wird, dass die Person stabil bleibt und die Bergehilfe nicht verrutscht oder einschneidet.
3. Was unterscheidet eine Bergeschlaufe von einem Gurtzeug? +
Die Bergeschlaufe beziehungsweise das Bergetuch ist ein reines Rettungsmittel zur kurzfristigen Bergung aus dem Wasser.
Ein Gurtzeug ist dagegen ein persönliches Sicherheitsmittel, das während der Fahrt mit einer Lifeline am Boot eingehakt wird. Gurtzeuge sind nicht für die horizontale Bergung über die Winsch ausgelegt und erhöhen das Risiko eines Bergekollaps, wenn sie zweckentfremdet eingesetzt werden.
4. Kann eine einzelne Person ein MOB-Bergemanöver mit Rettungsgurt durchführen? +
Moderne Bergeschlaufen und Rettungsgurte sind so konzipiert, dass die eigentliche Bergung mithilfe der Winsch auch von einer Person durchgeführt werden kann. Die Winsch liefert die nötige Kraft, um die Person kontrolliert aus dem Wasser zu heben.
Die Herausforderung bleibt das Anlegen der Bergeschlaufe an der Person im Wasser, besonders bei Seegang. Dieser Teil sollte ausdrücklich geübt werden.
5. Wo lagere ich Bergeschlaufen und Rettungsgurte am sinnvollsten an Bord? +
Bergeschlaufen und Rettungsgurte gehören in eine gut sichtbare Ausrüstungstasche in der Nähe des Cockpits oder am Niedergang. Der Lagerort sollte trocken, vor UV-Strahlung geschützt und von allen Crewmitgliedern bekannt sein.
Im Notfall zählt der direkte Zugriff mehr als eine „unsichtbare“ Verstaulösung. Es handelt sich um essenzielle Rettungsmittel!
6. Welche Mindest-Bruchlast sollte ein Rettungsgurt haben? +
Ein hochwertiger Rettungsgurt sollte eine Mindest-Bruchlast von etwa 1500 bis 2000 kg (15–20 kN) aufweisen. Obwohl das reale Gewicht einer Person deutlich darunter liegt, können dynamische Kräfte durch Wellen, Bootbewegungen oder ruckartige Belastungen deutlich höher ausfallen. Eine hohe Stabilität ist daher ein zentraler Baustein der Sicherheit.
7. Wie gehe ich mit Bergeschlaufen um, wenn die Person bewusstlos ist? +
Bei einer bewusstlosen Person ist die Bergung besonders sensibel. Die Bergeschlaufe oder das Bergetuch wird vom Boot aus unter den Körper geführt, häufig mit Hilfe eines Bootshakens oder einer Stange. Ziel ist es, Oberkörper und Kopf so zu stützen, dass die Atemwege frei bleiben. Erst wenn die Bergehilfe sicher sitzt, beginnt der Hebevorgang über Winsch oder Flaschenzug.
8. Wie pflege ich Bergeschlaufen und Rettungsgurte nach dem Einsatz? +
Nach jedem Einsatz und auch nach intensiver Salzwasserexposition, sollten Bergeschlaufen und Rettungsgurte gründlich mit Süßwasser gespült werden. Anschließend das Material an einem schattigen, gut belüfteten Ort vollständig trocknen lassen, bevor es wieder in der Ausrüstungstasche verstaut wird. So werden Salz, Sand und UV-Schäden reduziert und die Bruchlast sowie die Sicherheit langfristig erhalten.