Wurfleinen und Rückholsysteme
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Wurfleinen und Rückholsysteme
Die erste, entscheidende Verbindung im MOB-Fall
Beim Mensch-über-Bord-Manöver (MOB) entscheidet sich in den ersten Augenblicken, wie der Verlauf der Rettung aussieht.
Bevor an Bergung oder Wiedereinstieg zu denken ist, braucht es eine sichere Verbindung zwischen Boot und Person im Wasser. Genau dafür sind Wurfleinen und Rückholsysteme entwickelt worden. Eine normale Festmacher- oder Fenderleine ist dafür nur bedingt geeignet: Sie lässt sich schlecht weit werfen, sinkt im Wasser, ist schwer zu greifen und kann sich im schlimmsten Fall im Propeller oder am Kiel verfangen.
Wichtige Merkmale professioneller Wurfleinen
Professionelle Wurfleinen und Rückholsysteme unterscheiden sich in mehreren Punkten deutlich von einfacher Trosse oder Restleinen aus der Backskiste:
- Schwimmfähigkeit: Die Leine besteht aus schwimmfähigem Material wie Polypropylen. Dadurch bleibt sie an der Wasseroberfläche, kann von der Person im Wasser leichter gegriffen werden und reduziert das Risiko, sich am Unterwasserschiff zu verfangen.
- Sichtbarkeit: Sowohl Leine als auch Wurfsack sind in leuchtenden Signalfarben (Neongelb, Orange, Rot) gehalten. Diese hohe Sichtbarkeit ist bei Regen, Nebel, Gischt oder in der Dämmerung entscheidend, um die Leine schnell zu erkennen.
- Durchdachtes Wurfsack-Design: Die Leine liegt geordnet in einem stabilen Wurfsack, der durch Form und Gewicht ein präzises Werfen über Distanzen von rund 15 bis 30 Metern ermöglicht. Die Handhabung lässt sich mit wenigen Übungswürfen verinnerlichen.
Die Aufgabe der Wurfleine besteht nicht darin, die komplette Bergung zu übernehmen, sondern die Person im Wasser zuverlässig zu sichern, bis das Boot wieder dicht herangeführt wurde oder ein umfangreicheres MOB-Bergesystem eingesetzt wird. Sie ist damit eine zentrale Bergehilfe für die Stabilisierung der Situation.
Wurfleine oder Bergesystem? Die Rolle der Rückholsysteme
Die Wurfleine ist wie bereits beaschrieben das schnellste Mittel, um die Distanz zur über Bord gegangenen Person zu überbrücken. Für das tatsächliche An-Bord-Holen braucht es zusätzliche Ausrüstung, die die notwendige Zugkraft reduziert. Gleichzeitig gibt es Systeme, in denen die Wurfleine bereits in ein einfaches Rückholsystem eingebunden ist:
| System-Typ | Funktion | Ideal für |
| Wurfsack / Wurfleine | Überbrückt schnell die Distanz und stellt die erste Verbindung zur Person her. | Soforthilfe, Motorboote, küstennahe Fahrt. |
| Komplexe Rückholsysteme | Ziehen die Person kontrolliert zum Boot oder unterstützen das Heben an Bord (Bergehilfe). | Offshore-Törns, Yachten mit hohem Freibord. |
Ebenso wichtig wie die richtige Ausrüstung ist der Umgang damit. Üben Sie die Handhabung der Rettungsmittel regelmäßig mit der Crew, kontrollieren Sie Ihre Wurfleinen und Rückholsysteme auf Einsatzbereitschaft und lagern Sie sie gut sichtbar in griffbereiten Halterungen im Cockpit oder an der Heckreling.
FAQ - Häufige Fragen zu Wurfleinen und Rückholsystemen
1. Was ist der wichtigste Vorteil einer speziellen Wurfleine gegenüber einer normalen Leine? +
Der große Vorteil einer speziell entwickelten Wurfleine liegt in ihrer Schwimmfähigkeit und ihrer Aufbewahrung im Wurfsack. Durch das schwimmfähige Material, meist Polypropylen, bleibt die Leine an der Oberfläche und ist leichter zu sehen und zu greifen. Gleichzeitig sorgt der Wurfsack dafür, dass die Leine ordentlich gepackt ist und deutlich weiter und kontrollierter geworfen werden kann als eine lose, schwere Leine.
2. Wie weit sollte eine Wurfleine mindestens geworfen werden können? +
Eine praxistaugliche Wurfleine sollte von einer durchschnittlich kräftigen Person mindestens 15 bis 20 Meter weit geworfen werden können. Hochwertige Rückholsysteme sind häufig sogar für Distanzen bis zu 30 Metern ausgelegt. Diese Reichweite ist wichtig, um die über Bord gegangene Person möglichst früh zu erreichen, auch wenn das Boot im MOB-Manöver noch etwas Fahrt hat.
3. Wie funktioniert ein Wurfsack genau? +
Der Wurfsack ist nicht nur Verpackung, sondern ein aktiver Teil des Systems. Die Wurfleine wird sauber und locker in den Sack gelegt, der Sack selbst dient als Wurfkörper. Er ist am Ende der Leine mit dem Boot beziehungsweise dem Werfer verbunden.
Beim Werfen fliegt der Sack voraus, zieht die Leine hinter sich her und ermöglicht so eine große Wurfweite. Die offene Seite des Sacks zeigt nach oben, damit die Leine schnell und ohne Knoten austreten kann.
4. Welches Leinenmaterial eignet sich am besten für Wurfleinen? +
Bewährt haben sich für Wurfleinen und Rückholsysteme vor allem Leinen aus Polypropylen oder vergleichbaren, schwimmfähigen Kunstfasern. Sie nehmen nur wenig Wasser auf, sind leicht, verfügen über eine hohe Bruchlast und lassen sich in sehr gut sichtbaren Farben herstellen. Damit unterstützen sie sowohl die Sichtbarkeit als auch die Sicherheit beim Einsatz.
5. Wie lagere ich eine Wurfleine richtig, damit sie jederzeit einsatzbereit ist? +
Eine Wurfleine sollte stets in ihrem Wurfsack verstaut und in einer passenden Halterung an einem leicht zugänglichen Ort im Cockpit oder an der Heckreling montiert sein. Wichtig ist, dass die Leine im Sack sauber, trocken und ohne Knoten liegt, damit sie beim Werfen frei auslaufen kann. Regelmäßige Sichtkontrollen und Probewürfe erhöhen die Sicherheit.
6. Welche Aufgabe übernimmt die Wurfleine in komplexen MOB-Bergesystemen? +
In vielen umfangreicheren MOB-Bergesystemen fungiert die Wurfleine als erste Verbindung zur Person im Wasser. Sie wird geworfen, damit die Person sich festhalten und gesichert werden kann. Über diese Leine lässt sich anschließend das eigentliche Rückholsystem, etwa eine Bergeschlaufe oder ein Bergetuch, zur Person ziehen, um die kontrollierte Bergung an Bord vorzubereiten.
7. Was bedeutet High Visibility bei Wurfleinen und Rückholsystemen? +
Hohe Sichtbarkeit (High Visibility) bedeutet, dass Rückholsysteme und Wurfleinen in auffälligen Neon- oder Signalfarben gefertigt sind und sich klar vom Wasser und der Umgebung abheben. Diese optische Präsenz ist für die Sicherheit entscheidend: Die Person im Wasser kann die Leine schneller greifen, und die Crew an Bord behält die Leine auch bei schlechter Sicht leichter im Blick.
8. Wie oft sollte das Werfen der Wurfleine geübt werden? +
Die Handhabung von Wurfsack und Leine sollte regelmäßig trainiert werden. Idealerweise mindestens einmal pro Saison und bei wechselnden Crewkonstellationen. Dabei geht es um Wurfweite, Zielgenauigkeit und um das Zusammenspiel im Team.
Eine eingespielte Crew kann die Verbindung zur Person im Wasser deutlich schneller herstellen und erhöht damit die Überlebenschancen im Ernstfall spürbar.