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Seenotsignale

Seenotlichter und Blinklichter

Wenn ein Notfall eintritt oder eine Person über Bord geht (MOB), ist die schnellstmögliche Ortung der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Rettung. Seenotlichter und Blinklichter sind eine weithin sichtbare Markierung in Dunkelheit und bei schlechter Sicht.

Kaufberatung

Welches Seenotlicht ist das richtige?

Für die Rettungsweste ein SOLAS/MED-zugelassenes automatisches Blitzlicht, ergänzt um LED-Notfackel und Knicklichter für den Nahbereich.

  • SOLAS/MED-Zulassung am Steuerrad-Symbol prüfen
  • Automatische Aktivierung bei Wasserkontakt
  • Batterie-Verfallsdatum regelmäßig im Blick behalten

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Seenotlichter und Blinklichter: Ihre Lebenslinie bei Dunkelheit

Bei einem Notfall oder einem Mann-über-Bord-Fall (MOB) entscheidet die schnellstmögliche Ortung über eine erfolgreiche Rettung. Seenotlichter, Blinklichter und andere visuelle Signalgeber gehören daher zu den wichtigsten Komponenten Ihrer Sicherheitsausrüstung. Sie dienen als weithin sichtbare Markierung, die Rettungskräften, umliegenden Schiffen oder der eigenen Crew die genaue Position in der Dunkelheit oder bei schlechter Sicht signalisiert.

In der Seenot muss Ihre Ausrüstung ohne Kompromisse funktionieren, deshalb kommt es auf Qualität und Zulassung an. Achten Sie bei Rettungslichtern auf die Kennzeichnung SOLAS (Safety of Life at Sea) und die europäische MED-Zulassung (Marine Equipment Directive), erkennbar am Steuerrad-Symbol.

Vom Knicklicht bis zur LED-Fackel: die Typen

Rettungswestenlichter und Blitzlichter sind kompakte, meist batteriebetriebene LED-Blinklichter, die fest an der Rettungsweste montiert werden. Sie werden automatisch durch Wasserkontakt oder manuell aktiviert. Ein starkes, blitzendes Licht (oft mit über 0,75 Candela) erhöht die Sichtbarkeit einer über Bord gegangenen Person drastisch. Viele Modelle sind nach SOLAS/MED zugelassen.

Die LED-Notfackel (E-Fackel) ist eine moderne, langlebige Alternative zur pyrotechnischen Handfackel. Sie emittiert ein intensives, blinkendes Licht (oft orange oder rot), enthält keine Gefahrgüter und weist eine deutlich längere Betriebsdauer auf, umweltfreundlich und wartungsarm.

Knicklichter (chemische Leuchtstäbe) sind einfache, chemisch aktivierte Stäbe ohne Batterie oder Wartung. Sie sind wasserdicht und ideal, um über Bord gegangene Gegenstände, Rettungsringe oder Crewmitglieder im Nahbereich zu markieren. Sie ersetzen keine zugelassenen Signale, sind aber eine kostengünstige und sofort verfügbare Ergänzung.

LED-Notfackel und pyrotechnische Handfackel im Vergleich

KriteriumLED-Notfackel / E-FackellanglebigPyrotechnische Handfackel
Lichtstärkekonstant, ab 0,75 Candelasehr hoch, mindestens 15.000 Candela
Leuchtdauerbis zu 12 Stundenkurz, ca. 60 Sekunden
Funktiondauerhafte Positionsmarkierungfinale Zielmarkierung
Besonderheitkein Gefahrgut, wiederverwendbaroft gesetzlich vorgeschrieben

In vielen nationalen und internationalen Vorschriften (etwa für den Sportbootführerschein-Sachkundenachweis) sind pyrotechnische Signale wie rote Handfackeln und Fallschirmraketen weiterhin vorgeschrieben und können nicht vollständig durch LED-Notfackeln ersetzt werden. Die LED-Notfackel ist eine exzellente, langlebige Ergänzung und dient wegen ihrer geringeren Spitzenlichtstärke eher der dauerhaften Positionsanzeige.

SOLAS- und MED-Zulassung: worauf Sie achten

Die SOLAS-Zulassung (Safety of Life at Sea) ist ein internationales Übereinkommen, das Mindestanforderungen für die Sicherheit auf See festlegt. Die MED-Zulassung (Marine Equipment Directive), erkennbar am Steuerrad-Symbol, ist die europäische Umsetzung dieser Richtlinien. Beide garantieren, dass das Rettungslicht strenge Tests zu Lichtstärke (mindestens 0,75 Candela), Batterielebensdauer (mindestens 8 Stunden Betrieb), Korrosionsbeständigkeit und Wasserdichtigkeit bestanden hat.

Die Batterielebensdauer zugelassener LED-Rettungslichter (SOLAS/MED) beträgt in der Regel 5 Jahre und ist auf dem Gerät aufgedruckt. Die Betriebsdauer nach der Aktivierung muss nach SOLAS mindestens 8 Stunden betragen, wobei die Leuchtstärke konstant hoch bleiben muss. Prüfen Sie das Verfallsdatum regelmäßig und tauschen Sie die Geräte rechtzeitig aus. Nur mit dieser Zulassung dürfen Rettungswestenlichter auf kommerziellen Schiffen oder für längere Hochseetörns verwendet werden.

Rettungswestenlichter befestigen Sie fest an der Rettungsweste, idealerweise im oberen Bereich. Ein Rettungsringlicht wird am Rettungsring oder an der Boje so montiert, dass es bei Überbordwurf automatisch ausgelöst wird. Elektronische Notfackeln und Knicklichter lagern Sie in einem wasserdichten, leicht zugänglichen Behälter (etwa einer Signaltonne), geschützt vor Sonne und extremen Temperaturen.

Häufige Fragen zu Seenotlichtern und Blinklichtern

Sind Seenotlichter und Blinklichter für Sportboote vorgeschrieben?+
Die Notwendigkeit hängt stark von der Fahrtregion und der Art der Ausrüstung ab. Die Kollisionsverhütungsregeln (KVR) schreiben spezifische Navigationslichter vor, aber keine separaten, fest installierten Notbeleuchtungen. Rettungswestenlichter oder Blitzlichter sind jedoch oft implizit durch nationale Bestimmungen für bestimmte Fahrtgebiete oder durch Ausrüstungsempfehlungen von Verbänden vorgeschrieben, insbesondere bei Fahrten in der Dunkelheit oder auf hoher See. In vielen Ländern müssen Rettungswesten mit einem zugelassenen Rettungswestenlicht versehen sein, um als zugelassen zu gelten.
Was unterscheidet ein LED-Rettungslicht von einer pyrotechnischen Handfackel?+
Der Hauptunterschied liegt in Anwendung und Dauer: Eine pyrotechnische Handfackel erzeugt eine extrem hohe Lichtstärke (mindestens 15.000 Candela) über eine kurze Zeit (ca. 60 Sekunden) und dient zur finalen Zielmarkierung für bereits gesichtete Rettungskräfte. Ein LED-Rettungslicht oder eine elektronische Notfackel bietet eine deutlich geringere, aber konstante Lichtstärke über einen sehr langen Zeitraum (bis zu 12 Stunden), dient zur dauerhaften Positionsmarkierung und erhöht die Überlebenszeit, ist aber kein vollwertiger Ersatz für die vorgeschriebenen pyrotechnischen Signale.
Was bedeutet die SOLAS- und MED-Zulassung bei Rettungslichtern?+
Die SOLAS-Zulassung (Safety of Life at Sea) ist ein internationales Übereinkommen mit Mindestanforderungen für die Sicherheit auf See. Die MED-Zulassung (Marine Equipment Directive, erkennbar am Steuerrad-Symbol) ist die europäische Umsetzung. Beide garantieren, dass das Rettungslicht strenge Tests zu Lichtstärke (mindestens 0,75 Candela), Batterielebensdauer (mindestens 8 Stunden Betrieb), Korrosionsbeständigkeit und Wasserdichtigkeit bestanden hat. Nur damit dürfen Rettungswestenlichter auf kommerziellen Schiffen oder für längere Hochseetörns verwendet werden.
Wie aktiviere ich ein Rettungswestenlicht korrekt?+
Moderne Rettungswestenlichter werden in der Regel automatisch bei Wasserkontakt ausgelöst. Sensoren an der Unterseite schließen den Stromkreis, sobald sie in Wasser tauchen. Fast alle Modelle verfügen zusätzlich über eine manuelle Taste oder einen Zugfaden zur Aktivierung außerhalb des Wassers. Eine versehentliche Aktivierung an Land wird meist durch einen Sicherheitsschalter verhindert, um Funktion und Batterielebensdauer nicht zu beeinträchtigen.
Sind Knicklichter als Seenotmittel zugelassen?+
Knicklichter (chemische Leuchtstäbe) sind keine offiziell zugelassenen pyrotechnischen Seenotsignale und ersetzen weder Handfackeln noch LED-Rettungslichter. Sie erzeugen eine relativ geringe Lichtstärke und dienen primär als Nahbereichsmarkierung. Sie sind aber sehr nützlich, um eine über Bord gegangene Person, den Rettungsring oder das Dingi schnell zu kennzeichnen, da sie sofort und ohne Batterie funktionieren.
Wie lange halten die Batterien von LED-Rettungslichtern?+
Die Batterielebensdauer zugelassener LED-Rettungslichter (SOLAS/MED) beträgt in der Regel 5 Jahre und ist auf dem Gerät aufgedruckt. Die eigentliche Betriebsdauer nach der Aktivierung muss nach SOLAS mindestens 8 Stunden betragen, wobei die Leuchtstärke über diesen Zeitraum konstant hoch bleiben muss. Prüfen Sie das Verfallsdatum der Batterien regelmäßig und tauschen Sie die Geräte rechtzeitig aus.
Birger Scheidt

Fachlich geprüft von

Birger Scheidt

Bootsausrüstungs-Experte · Geschäftsführer NV Chart Group

Segler und Ausrüstungs-Fachmann. Bei HanseNautic verantwortet Birger Scheidt die Auswahl bootstauglicher Ausrüstung und teilt Praxiswissen aus Revier und Werft.