AIS-Transponder (Senden & Empfangen)
AIS & AIS-Transponder – mehr Sicherheit und Sichtbarkeit auf See
Ein AIS-Transponder macht Ihr Boot auf See sichtbar – und hilft Ihnen gleichzeitig, andere Schiffe frühzeitig zu erkennen. Über den UKW-Seefunk werden automatisch wichtige Fahrdaten gesendet und empfangen, sodass Sie sicherer navigieren und Kollisionen vermeiden können.
Erfahren Sie hier mehr über die Funktionsweise von AIS, die Vorteile an Bord und die unterschiedlichen Geräteklassen.
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AIS & AIS-Transponder im Überblick – mehr Sicherheit und Sichtbarkeit auf See
Warum ist ein AIS-Transponder an Bord sinnvoll?
- Ein AIS-Transponder (auch AIS-Transceiver) ist das Herzstück Ihres AIS-Systems an Bord. Er sendet und empfängt über zwei UKW-Frequenzen die AIS-Daten umliegender Schiffe und übermittelt gleichzeitig die Informationen Ihres eigenen Bootes. Dadurch trägt er maßgeblich zur Kollisionsverhütung bei.
- Durch die empfangenen Positions- und Bewegungsdaten können Sie in unklaren Situationen sofort reagieren, das jeweilige Schiff gezielt über UKW-Funk ansprechen und Missverständnisse vermeiden.
- AIS ermöglicht ein vorausschauendes Navigieren, besonders auf Binnenschifffahrtsstraßen mit engen Kurven, viel Verkehr oder Bereichen mit eingeschränkter Sicht – ein großer Sicherheitsgewinn für Segel- und Motorboote.
- In Plottern und Navigationsprogrammen lassen sich individuelle AIS-Warnmeldungen wie CPA (Closest Point of Approach) und TCPA einstellen. So werden Sie bei Annäherung automatisch alarmiert und können rechtzeitig Kurs oder Geschwindigkeit anpassen.
- Praktischer Zusatznutzen: Hafenbelegungen lassen sich im Voraus abschätzen, und Sie können die Route befreundeter Boote verfolgen, sofern diese AIS-Transponder aktiv nutzen.
Welche Daten empfängt und sendet ein AIS-Transponder?
- Ein AIS-Transponder als Teil des AIS-Systems empfängt statische, dynamische und reisebezogene Daten umliegender, AIS-ausgerüsteter Schiffe und sendet gleichzeitig die Informationen Ihres eigenen Boots. Viele Geräte verfügen über einen „Silent Mode“, in dem nur empfangen, aber nicht gesendet wird.
- Statische Daten: Schiffsname, Rufzeichen, MMSI-Nummer, Schiffstyp, Schiffsmaße, ggf. IMO-Nummer
- Dynamische Daten: Navigationsstatus (z. B. vor Anker, festgemacht, unter Maschine), Geschwindigkeit über Grund, Kurs über Grund, Position
- Reisebezogene Daten: Zielhafen, geplante Ankunftszeit (ETA), Art der Ladung
- vor allem als AIS-System in der Berufsschifffahrt im Einsatz
- Ausrüstungspflicht ab bestimmter BRZ (international > 300 BRZ), bei mehr als 50 Passagieren oder Schiffen > 20 m
- Sendeleistung bis zu 12,5 W
- höhere Sendefrequenz für eng befahrene Fahrgebiete
- nutzen das SOTDMA-Verfahren zur koordinierten Kanalnutzung
- typischer AIS-Transponder für Sportschifffahrt und kleinere Fischereifahrzeuge
- Sendeleistung bis zu 2 W
- reduzierte Sendefrequenz gegenüber Klasse A
- übermittelt weniger Daten als Klasse A
- nutzt überwiegend das CSTDMA-Verfahren (sucht freie Zeitschlitze)
- neue Klasse-B-Geräte unterstützen auch SOTDMA
- preislich deutlich günstiger und ideal zum Nachrüsten von AIS an Bord
AtoN-Transceiver: AIS AtoN („Aids to Navigation“) befinden sich auf vielen Schifffahrtszeichen und senden Informationen wie Position, Art und Kennung der Tonne oder Bake. Sie ergänzen das AIS-Bild im Plotter und erhöhen die Sicherheit im Fahrwasser.
Wie funktioniert ein AIS-Transponder an Bord – und was wird für das AIS-System benötigt?
Funktionsweise des Transceivers
Der AIS-Transponder arbeitet auf zwei festgelegten UKW-Frequenzen im Seefunkbereich:AIS 1: 161,975 MHz
AIS 2: 162,025 MHz
Die Reichweite eines AIS-Systems entspricht grundsätzlich der Reichweite des UKW-Funks und hängt stark von der Antennenhöhe und der Qualität der UKW-/AIS-Antenne ab. Als Richtwert gelten ca. 15 nautische Meilen auf See.
Das Empfangen und Senden der AIS-Daten ist kostenlos. Um eine MMSI-Nummer zu erhalten, erfolgt die Registrierung in Deutschland über die Bundesnetzagentur (einmalige Gebühr). Da der Funkkontakt ein zentrales Element von AIS ist, empfiehlt sich parallel ein UKW-Seefunkgerät, idealerweise im Zusammenspiel mit dem AIS-Transponder.
Der AIS-Transponder arbeitet bidirektional: Er sendet Schiffsdaten und empfängt gleichzeitig die Informationen anderer AIS-Ziele. Plotter, Apps und Navigationssoftware decodieren diese Daten und stellen sie grafisch oder textlich auf der elektronischen Seekarte dar – so wird Ihr Boot Teil des weltweiten AIS-Netzwerks.
Welche Komponenten benötige ich für den Betrieb eines AIS-Systems?
- UKW-Antenne: Wird sie bereits für das Funkgerät genutzt, ist ein Antennensplitter erforderlich, damit AIS-Transponder und Funkgerät korrekt parallel betrieben werden können. Manche Transponder besitzen einen integrierten Splitter.
- Alternativ kann eine separate UKW-/AIS-Antenne installiert werden. Je höher die Montage, desto größer die Reichweite des AIS-Signals. Abstand zur vorhandenen Antenne: mindestens 3 m.
- GPS-Antenne: Oft integriert oder extern im Lieferumfang. Kombi-Antennen (UKW + GPS) sind ebenfalls möglich und vereinfachen die AIS-Installation.
- AIS-Gerät mit passender Schnittstelle: Anschluss an den Kartenplotter via NMEA0183 oder NMEA2000, an PC-Software via USB oder an mobile Geräte via WLAN – je nach Transponder-Modell.
- Endgerät oder Navigationssoftware: Zur Visualisierung der AIS-Daten auf Plotter, Laptop, PC oder Smartphone, meist in Kombination mit elektronischen Seekarten.
Zwei in einem: Funkgerät mit integriertem AIS-Transponder
Wenn Sie bislang weder AIS noch ein Funkgerät nutzen, bietet ein Kombigerät eine besonders praktische Lösung: Viele UKW-Funkgeräte mit AIS besitzen einen integrierten AIS-Transceiver. Nach dem Anschluss an Plotter oder Navigationssystem sehen Sie AIS-Ziele sofort auf dem Display und können bei Bedarf direkt Kontakt aufnehmen – ideal, um das Boot mit einem einzigen Gerät sowohl mit Funk als auch mit AIS nachzurüsten.
Wichtig: Für ein UKW-Sprechfunkgerät benötigen Sie ein gültiges Funkzeugnis (SRC bzw. UBI). Mindestens eine Person an Bord muss dieses besitzen.

Beliebtes Kombigerät: Simrad RS40-B
- UKW-Funkgerät und AIS-Transponder der Klasse B in einem Gerät – ideales AIS-System für Segel- und Motorboote
- mit externem GPS-Empfänger
- NMEA0183- & NMEA2000-Schnittstellen zur einfachen Einbindung ins Bordnetzwerk
- UKW-Funkgerät mit DSC-Zulassung Klasse D
- abnehmbares Handmikrofon
- kompatibel mit bis zu zwei kabellosen Handgeräten
- optional erweiterbar mit Lautsprecher oder Megaphon
Benötige ich für den AIS-Transponder einen Funkschein (UBI/SRC)?
Für den Betrieb eines AIS-Transponders auf einem Sportboot ist kein Funkzeugnis vorgeschrieben. Ein Funkschein wird erst dann erforderlich, wenn Sie ein UKW-Sprechfunkgerät an Bord führen – unabhängig davon, ob es ein- oder ausgeschaltet ist.
Je nach Revier benötigen Sie das UBI (Binnengewässer) oder das SRC (Küsten- und Seefunk). Für das Senden von Rufzeichen und MMSI über AIS ist ein Funkgerät zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber aus Sicherheitsgründen sehr empfehlenswert, da die direkte Kommunikation im Notfall entscheidend sein kann.
Fazit: Rechtlich benötigen Sie für AIS keinen eigenen Funkschein – praktisch erhöht ein UKW-Funkgerät mit gültigem Zeugnis jedoch deutlich Ihre Sicherheit auf dem Wasser und ermöglicht die optimale Nutzung des AIS-Systems.
Quelle: Zwölfte Verordnung zur Änderung seeverkehrsrechtlicher Vorschriften (06.08.2005, Art. 5 §1), Handbuch Binnenschifffahrtsfunk, S. 114.