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UKW-Seefunkgeräte

UKW-Seefunk – Sicherheit & Kommunikation an Bord

Ein zuverlässiges Funkgerät gehört zur wichtigsten Sicherheitsausrüstung an Bord. Moderne Seefunkgeräte sorgen für klare Kommunikation, erhöhen die Sicherheit im Schiffsverkehr und können in Notsituationen lebensrettend sein. Ob vor einer Schleuse, beim Einlaufen in den Hafen oder auf offener See – UKW Seefunk stellt sicher, dass Sie wichtige Meldungen jederzeit empfangen und selbst schnell Kontakt aufnehmen können. Geräte mit erweiterten Funktionen, wie ein Seefunkgerät mit AIS, zeigen zudem umliegende Schiffe direkt auf dem Display und verbessern die Situationsübersicht deutlich. Mehr zu MMSI, DSC und den passenden Funkzeugnissen? Hier entlang!

Festeinbau oder Handgerät – welches Seefunkgerät ist das richtige?

Ein UKW-Seefunkgerät gehört zu den wichtigsten Sicherheits- und Kommunikationsmitteln an Bord – sowohl auf Segelyachten als auch auf Motorbooten. Moderne Funkgeräte bieten klare Sprachqualität, eine hohe Reichweite und, je nach Modell, zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie DSC-Notruf, GPS oder AIS-Empfang. Für kleine Boote reicht häufig ein UKW-Handfunkgerät, während größere Yachten meist eine fest eingebaute Seefunkanlage nutzen und diese durch ein oder mehrere Handgeräte ergänzen.

Welches Funkzeugnis brauche ich?

Sobald ein Funkgerät an Bord fest installiert ist – unabhängig davon, ob es eingeschaltet ist – benötigt der Schiffsführer ein gültiges Funkzeugnis. Für den Seefunkbereich gilt: 

  • SRC (Short Range Certificate): erforderlich für UKW-Seefunk im Küstenbereich.
  • UBI (UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk): notwendig auf Binnengewässern.

Handfunkgeräte auf Binnengewässern: Anders als viele vermuten, dürfen UKW-Handfunkgeräte auf deutschen Binnenwasserstraßen nicht betrieben werden. Der Binnenschifffahrtsfunk erlaubt ausschließlich fest eingebaute Funkanlagen mit ATIS-Kennung. In Ländern wie den Niederlanden oder Belgien können bestimmte Handgeräte dagegen genutzt werden. Für Sportboote gilt daher: Auf See sind Handfunkgeräte ein wertvolles Sicherheitsplus – auf deutschen Binnengewässern jedoch nicht zulässig.

SRC: Short Range Certificate

Die SRC-Prüfung kann ab 15 Jahren abgelegt werden und umfasst Theorie, Funkpraxis und das Aufnehmen von Seenot- und Sicherheitsmeldungen. Im Shop finden Sie die passenden Lernunterlagen zur optimalen Vorbereitung.
Zu den Unterlagen.

Funkzeugnisse

Weitere Informationen und Lernmaterialien für die Prüfung finden Sie in unserem Ratgeberbereich zu Funkzeugnissen.

UKW-Seefunkgerät mit AIS

MMSI & Registrierung

Für die Nutzung eines DSC-fähigen Seefunkgeräts benötigen Sie eine MMSI (Maritime Mobile Service Identity). Diese wird in Deutschland von der Bundesnetzagentur vergeben und dient zur eindeutigen Identifikation von Funkstation, Schiff und Sicherheitsausrüstung (z. B. EPIRB).

Unser HanseNautic-Tipp: Lesen Sie den passenden Ratgeber hier

DSC Funkgerät

Was ist DSC – und warum ist es so wichtig?

DSC (Digital Selective Calling) ist das teletextbasierte Notruf- und Anrufsystem des UKW-Seefunks (Kanal 70). Mit einem DSC-Funkgerät können Notrufe und Anfragen gezielt an andere Schiffe oder Funkstellen übermittelt werden – klar, digital und ohne Missverständnisse.

Vorteile von DSC:

  • Notruf per Knopfdruck – inklusive MMSI & GPS-Position
  • Keine überhörten Anrufe mehr – akustische & optische Signale
  • Automatische Speicherung aller DSC-Meldungen
  • Zuverlässige Erreichbarkeit sogar bei zusätzlicher Wache auf Kanal 16

Die meisten modernen festeingebauten UKW-Seefunkgeräte sind heute DSC-fähig und erhöhen die Sicherheit an Bord erheblich. Weiterhin tauchen in diesem Zusammenhang in der maritimen Literatur noch Begriffe wie Kurzwellen-Seefunk auf, diese werden im Freizeitbereich jedoch kaum genutzt. Für Segel- und Motorboote ist der UKW-Seefunk mit DSC das entscheidende Funksystem – Kurzwellen-Seefunkgeräte sind fast ausschließlich für Hochsee- und Langfahrtsegler relevant.

Welche Ausstattung ist beim Kauf eines Seefunkgeräts wichtig?

Die Wahl des passenden Funkgeräts hängt vom Bootstyp, dem Fahrtgebiet und dem Sicherheitsanspruch ab. Die folgenden Kriterien helfen bei der Entscheidung:

Merkmal Beschreibung
DSC-Funktion Essentiell für Notrufe & gezielte Kommunikation. Heute Standard bei festen Anlagen.
GPS integriert Notruf mit Positionsdaten ohne externen GPS-Empfänger möglich.
AIS-Empfang Zeigt umliegende Schiffe direkt auf dem Funkgerät oder Plotter an – ideal für enge Fahrwasser.
NMEA 2000 / NMEA 0183 Wichtig für die Integration in Kartenplotter, Autopilot & Bordnetz.
Schutzklasse / Wasserdichtigkeit IPx7 oder höher empfohlen – besonders bei Handfunkgeräten und offenem Cockpit.
Bedienkomfort Klare Tasten, lauter Lautsprecher, gut ablesbare Displays – relevant bei Wind & Wellen.
Handgerät oder Festeinbau Handgeräte ideal als Backup oder fürs Dinghy, feste Anlagen für Reichweite & Sicherheit.

Wichtige Abkürzungen im Seefunk – verständlich erklärt

Seefunk-Abkürzungen sind essenziell, um die Kommunikation präzise und effizient zu gestalten. Sie sind in internationalen Vorschriften festgelegt und helfen dabei, wichtige Informationen schnell und eindeutig zu übermitteln. Von Navigationssystemen über Sicherheitsprotokolle bis hin zu Funklizenzen – hier finden Sie eine kompakte Übersicht der wichtigsten Begriffe und deren Bedeutung für Segler und Motorbootfahrer.

Abkürzung Bedeutung Relevanz für die Praxis
AIS Automatic Identification System Sendet Schiffspositionen und -daten zur besseren Navigation und Kollisionsvermeidung. Besonders wichtig in stark befahrenen Gebieten und bei schlechter Sicht.
ATIS Automatic Transmitter Identification System Kennung, die auf Binnenwasserstraßen beim Senden über Funk automatisch übermittelt wird. Pflicht für Funkgeräte auf vielen Binnengewässern.
DSC Digital Selective Calling Digitales Notruf- und Anrufsystem für Funkgeräte. Erhöht die Sicherheit, da Notrufe per Knopfdruck an Rettungsstellen und Schiffe in der Nähe gesendet werden können.
GMDSS Global Maritime Distress and Safety System Weltweites Seenot- und Sicherheitsfunksystem. Besonders relevant für Fahrten außerhalb von Küstengewässern.
GNSS Global Navigation Satellite System Übergeordneter Begriff für satellitengestützte Navigationssysteme, zu denen GPS gehört. Essenziell für präzise Standortbestimmung und Navigation auf dem Wasser.
GPS Global Positioning System Satellitennavigationssystem zur genauen Positionsbestimmung. Unverzichtbar für Routenplanung und Positionsüberwachung auf Booten aller Größen.
HF High Frequency (3–30 MHz) Hochfrequenzbereich mit großer Reichweite. Wird meist für Langstreckenkommunikation und internationale Seefunkverbindungen genutzt.
ITU International Telecommunication Union Internationale Organisation für Funk- und Kommunikationsregulierungen. Legt Frequenzen und Standards fest, die weltweit gelten.
KW Kurzwelle Funkwellen im Hochfrequenzbereich mit weltweiter Reichweite. Nützlich für Langstreckensegler weit entfernt von Küsten.
LRC Long Range Certificate Funklizenz für weltweiten Seefunk. Pflicht für Skipper, die auf Langstreckenfahrten außerhalb der Küstenregionen funken möchten.
MED Marine Equipment Directive EU-Richtlinie zur Sicherheit von Schiffsausrüstung. Stellt sicher, dass nautische Geräte und Sicherheitsausrüstung die europäischen Standards erfüllen.
MF Medium Frequency (300–3000 kHz) Mittelfrequenzbereich im Funk, häufig für Seenotfunk und bestimmte Kommunikationsdienste auf hoher See.
MMSI Maritime Mobile Service Identity Eindeutige Nummer für Schiffe und Funkanlagen zur Identifikation. Notwendig, um am digitalen Seefunkverkehr (z. B. DSC) teilzunehmen.
SOLAS Safety of Life at Sea Internationale Sicherheitsvorschriften für die Schifffahrt. Auch Freizeitskipper können sich daran orientieren, insbesondere bei der Sicherheitsausrüstung.
SRC Short Range Certificate Funklizenz für UKW-Seefunk im Küstenbereich. Notwendig für Funkgeräte auf Yachten und Booten in diesen Revieren.
UBI UKW-Sprechfunkzeugnis für die Binnenschifffahrt Funklizenz für UKW-Funk auf Binnengewässern. Vorschrift für Bootsfahrer, die Funkgeräte auf deutschen Binnengewässern nutzen.
UHF Ultra High Frequency (300 MHz–3 GHz) Ultrahochfrequenzbereich mit eher kurzer Reichweite. Wird selten fürs klassische Seefunkverfahren, eher für spezielle Kommunikationssysteme genutzt.
UKW Ultrakurzwelle Frequenzbereich für UKW-Seefunk (30–300 MHz). Standard für die meisten Seefunkgeräte in Küstenregionen und auf Binnengewässern.
VHF Very High Frequency Sehr hoher Frequenzbereich (30–300 MHz), meist synonym mit UKW genutzt. Wird von Seglern und Motorbootfahrern für zuverlässige Kommunikation auf See verwendet.