Rettungsmittel und Bergehilfen
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Rettungsmittel und Bergehilfen
Vorbereitet für Mensch-über-Bord und Leckagen
Auf dem Wasser kippt eine Situation manchmal innerhalb weniger Sekunden, sei es durch einen Mensch-über-Bord-Fall (MOB) oder ein plötzlich auftretendes Leck im Rumpf. In diesen Momenten muss jede Bewegung sitzen. Entscheidend ist dann, dass Rettungsmittel und Bergehilfen sofort einsatzbereit sind und sich ohne groß nachzudenken finden und bedienen lassen.
Ein einzelner Rettungsring ist als erster Wurf ins Wasser wichtig, reicht aber selten aus, um eine erschöpfte oder verletzte Person sicher zurück an Bord zu holen. Genauso schwierig wird es, ein Leck unter Kontrolle zu bringen, wenn Leckabwehr und Notfall-Abdichtungen nicht klar sortiert und griffbereit verstaut sind.
MOB, Bergung und das Thema Wiedereinstieg
Ein Mensch-über-Bord-Manöver bringt jede Crew an ihre Grenzen. Ist die Person erreicht, beginnt der schwierigste Teil oft erst: Das sichere Zurückholen an Bord. Hier kommen spezialisierte Bergehilfen ins Spiel:
- MOB-Bergesysteme: Moderne Systeme wie Bergungsnetze, Schlingen, Bergeleinen oder feste Liftsysteme, sind so konzipiert, dass eine Person auch bei höherem Freibord und Seegang kontrolliert aus dem Wasser gezogen werden kann. Die verbleibende Crew wird körperlich entlastet, während die Sicherheit der zu bergenden Person steigt.
- Rettungsringe und Halterungen: Der klassische Rettungsring bleibt das wichtigste Soforthilfsmittel. In Kombination mit einer stabilen, einfach zu bedienenden Halterung und ausreichend Rettungsleine kann er mit einem Handgriff ins Wasser befördert werden. Varianten mit Markierungslicht verbessern die Sichtbarkeit bei Nacht und helfen, die Position zu halten.
- Einstiegsleitern: Eine belastbare, ausrollbare oder klappbare Einstiegsleiter, häufig als Notfallleiter bezeichnet, erleichtert den Wiedereinstieg nach einem MOB-Fall oder nach dem Schwimmen.
Wichtig ist, dass die Leiter tief genug ins Wasser ragt, damit eine müde oder verletzte Person die untersten Sprossen problemlos erreichen kann.
Leckabwehr: Zeit gewinnen durch schnelle Notfall-Abdichtung
Mindestens genauso ernst wie eine Person im Wasser ist ein unkontrollierter Wassereinbruch. Leckabwehr und Notfall-Abdichtung zielen darauf ab Zeit zu gewinnen und das Boot stabil zu halten, bis Hilfe eintrifft oder ein Hafen erreicht ist.
Sinnvolles Zubehör umfasst unter anderem:
- Leckstopfen und Kegel: Konische Stopfen aus Holz oder Kunststoff in verschiedenen Größen, die in Risse, Rohrdurchführungen oder beschädigte Borddurchlässe eingeschlagen werden können, um den Wassereinfluss sofort zu reduzieren.
- Notfall-Dichtmatten und Leckdichtungen: Flexible Matten oder Dichtsysteme, die von außen über ein Leck gezogen und fixiert werden. Sie verlangsamen den Wassereinbruch deutlich und verschaffen Zeit für weitere Maßnahmen oder das Anlaufen eines sicheren Hafens.
Alle Rettungsmittel sollten regelmäßig kontrolliert, in festen Halterungen gesichert und so positioniert werden, dass sie im Ernstfall nicht erst gesucht werden müssen. Genauso wichtig wie die Ausrüstung selbst ist, dass die Crew den Umgang mit den Bergehilfen und mit Material für die Leckabwehr aktiv übt, denn wenn es ernst wird, ist keine Zeit mehr für Experimente.
FAQ - Häufige Fragen zu Rettungsmitteln und Bergehilfen
1. Worin unterscheidet sich ein Rettungsring von einem MOB-Bergesystem? +
Der Rettungsring ist ein Mittel zur Soforthilfe: Er wird als erstes geworfen, verschafft Auftrieb und markiert die Position der Person im Wasser.
Ein MOB-Bergesystem ist dagegen eine echte Bergehilfe. Es ist dafür gedacht, eine oft geschwächte oder bewusstlose Person kontrolliert und möglichst kraftsparend über die Bordkante an Deck zu bringen. Etwas, das mit einem Ring und einer einfachen Leine nur schwer zu erreichen ist.
2. Wie und wo muss ein Rettungsring an Bord montiert werden? +
Ein Rettungsring sollte so befestigt sein, dass er sich mit einem einzigen Handgriff aus der Halterung lösen lässt. Üblich ist die Montage an der Heckreling, gut sichtbar und frei von störenden Leinen.
Optimal ist die Kombination mit einer ausreichend langen Wurfleine und einem Markierungslicht, damit der Ring auch in der Dunkelheit schnell zugeordnet werden kann.
3. Reicht die normale Badeleiter nach einem MOB-Manöver aus? +
Für den Notfall ist eine separate Einstiegsleiter oder Notfallleiter deutlich sinnvoller. Eine klassische Badeleiter ist oft zu kurz, zu schmal oder nur schwer zu erreichen, wenn jemand erschöpft im Wasser treibt.
Eine gut dimensionierte Notfallleiter wird so montiert, dass sie schnell ausgebracht werden kann und deutlich tiefer ins Wasser reicht, damit die unteren Sprossen sicher gefasst werden können.
4. Welche Ausrüstung ist das Minimum für die Leckabwehr? +
Zur Grundausstattung für die Leckabwehr und Notfall-Abdichtung gehören verschiedene Holz- oder Kunststoffkegel und Leckstopfen, die in Öffnungen eingeschlagen werden können, mindestens eine Notfall-Dichtmatte oder ein stabiles Stück Segeltuch zur Abdeckung größerer Schäden sowie eine leistungsfähige Notlenzpumpe.
Dieses Zubehör sollte an einem festen Ort verstaut und für alle an Bord klar gekennzeichnet sein.
5. Wie kann eine bewusstlose Person mit einem MOB-Bergesystem an Bord geholt werden? +
Mit einem modernen MOB-Bergesystem wird die Person idealerweise möglichst horizontal aus dem Wasser gehoben, um einen Bergekollaps zu vermeiden.
Viele Systeme arbeiten mit Bergeschlingen oder Netzen, die die Person großflächig stützen. Über eine Winsch oder einen Flaschenzug wird sie kontrolliert an Deck gezogen. Dies ist ein schonenderer und sicherer Weg, als die Bergung allein über Leinen und Muskelkraft.
6. Wo sollten Rettungsmittel an Bord befestigt werden? +
Rettungsmittel wie Ringe oder MOB-Systeme gehören an die Heckreling oder in unmittelbare Nähe des Cockpits, wo sie auch unter Stress mit einem Griff erreichbar sind.
Material für Leckabwehr und Notfall-Abdichtung wird sinnvollerweise zentral unter Deck, etwa in der Nähe des Niedergangs, gelagert. Stets trocken, sichtbar markiert und nicht von anderem Gepäck verdeckt.
7. Welche Funktion hat ein Markierungslicht am Rettungsring? +
Ein Markierungslicht am Rettungsring dient dazu, die Position der über Bord gegangenen Person bei Dunkelheit oder schlechter Sicht zu kennzeichnen. Viele Lichter aktivieren sich automatisch beim Kontakt mit Wasser und blitzen oder leuchten kontinuierlich.
Zusammen mit der Wurfleine bildet dieses Zubehör ein wichtiges Paket, um die Person leichter wiederzufinden und zu bergen.
8. Was spricht für Holz- und was für Kunststoffkegel bei der Notfall-Abdichtung? +
Holzkegel und -Leckstopfen haben den Vorteil, dass sie im Wasser leicht aufquellen und sich dadurch gut in unregelmäßigen Öffnungen verkanten. Kunststoff- oder Gummikegel sind langlebig, formstabil und lassen sich schnell in die Leckstelle drücken.
In der Praxis bewährt sich eine Kombination aus beiden Varianten in unterschiedlichen Größen, um für verschiedene Arten von Notfall-Abdichtung vorbereitet zu sein.